VERNISSAGE IN LUZERN: Viel Lob von Max und Moritz für Hans Erni

Ein Max und ein Moritz für Hans Erni: Luzerns Regierungspräsident Max Pfister und Bundesrat Moritz Leuenberger waren die beiden Laudatoren an der Vernissage der grossen Retrospektive «100 Jahre Hans Erni» im KKL Luzern.

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Hans Erni im angeregten Dialog mit Bundesrat Moritz Leuenberger. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Hans Erni im angeregten Dialog mit Bundesrat Moritz Leuenberger. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

«Diese Konstellation, die sich an Veranstaltungen im Kanton Luzern ja immer wieder ergibt, finde ich noch recht witzig», sprach Leuenberger in seiner humorvollen Würdigung das erneute Zusammentreffen von Max und Moritz an. Pfister ist wie Leuenberger übrigens 14 Jahre im Amt. Der Bundesrat schmunzelnd dazu: «Hans Erni zeichnet sich auch dadurch aus, dass ihn nie jemand fragt, wann hört denn der eigentlich mal auf? Ganz im Gegensatz zu anderen, die man ab und an bereits nach 14 Jahren danach fragt?»

Leuenberger, der mit seiner Ehefrau Gret Loewensberg kam, würdigte Erni als «grossen Künstler, der das Denken und das Empfinden mehrerer Generationen» geprägt habe. Obwohl er zwei Jahrzehnte lang «regelrecht geächtet» worden sei in der Schweiz, sei Erni seiner Grundüberzeugung stets treu geblieben und «nie einem Dogma oder einer Ideologie» verfallen. Dann erinnerte sich Leuenberger an Alt Bundesrat Willy Ritschard, der im Bundeshaus einmal angehauen wurde, warum er denn ein Bild des «Kommunisten Erni» (was er nie war) im Büro aufgehängt habe. «Ganz einfach deshalb, weil es mir enorm gefällt», habe Ritschard zur Antwort gegeben.

Peter Fischer, Gastgeber und Direktor des Luzerner Kunstmuseums, würdigte Ernis «Drang, mit seiner Kunst die Leute zu erreichen». Ob ihm selber denn die Ausstellung denn gefalle, hatte Fischer Erni gefragt. Der gab kurz zu Protokoll: «Ja, ich bin angeregt davon. Aber ich muss jetzt wieder arbeiten gehen. Es gibt noch so viel zu tun!» In der Tat: Das nächste Highlight im Jubiläumsjahr steht schon am 6. Juni an. Dann nämlich werden in Genf die von Erni gestalteten Aussenwände der Uno und der Öffentlichkeit übergeben. «Es ist ein Jahr der wahren Freude», sagte denn auch Max Pfister. «Ein tolles und imposantes Erni-Jahr ist es jetzt schon – herzlichen Glückwunsch!»

Eine Biographie
Was soll denn ein Bundesrat machen, wenn er 100 Jahre alt wird? «Er möge mit malen beginnen», schmunzelte Erni, der vor der Vernissage im Verkehrshaus der Schweiz auch noch sein neustes Biografie («Zeitzeuge Hans Erni» von Karl Bühlmann, Verlag Neue Zürcher Zeitung) signierte. Bei 28 Grad im Schatten wurden die Gäste auf dem Motorschiff «Gotthard», dessen Föhn-Galionsfigur Erni 1973 gestaltet hat, ins KKL gefahren. Dort sagte Erni zum 80-jährigen Hans Küng: «Auch sie werden 100 Jahre alt.» Warum, wollte der Surseer Theologe wissen. «Weil es bei ihnen auf dem Sempachersee keine Motorboote und somit eine gute Luft hat», schmunzelte Erni. Auch von den übrigen prominenten Gästen gab es für die Ausstellung lauter Komplimente. «Absolut sehenswert», waren sich etwa Olympiasieger Donghus Li, Ärztin Rita Sigg, Galeristin Angela Rosengart, Galerist Léonard Gianadda, Lucerne Festival-Intendant Michael Haefliger, Luzerns Ex-Stapi Franz Kurzmeyer und auch der jüngste Gast, Ernis Enkelin Arielle, unisono einig.

André Häfliger

Die Erni-Retrospektive ist bis am 4. Oktober zu sehen. Infos: www.kunstmuseumluzern.ch