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VISITE: Berset wird den Papst empfangen

Papst Franziskus wird am 21. Juni den Weltkirchenrat in Genf besuchen und dabei auch zu einem Gespräch beim Bundesrat empfangen werden. Es handelt sich um den ersten Papstbesuch in der Schweiz seit 14 Jahren.
Dominik Straub, Rom
Papst Franziskus (81) besucht zum ersten Mal die Schweiz. (Bild: AP)

Papst Franziskus (81) besucht zum ersten Mal die Schweiz. (Bild: AP)

Dominik Straub, Rom

Der Bundesrat sei erfreut, dass Papst Franziskus seine Einladung angenommen habe, teilte die Bundeskanzlei in Bern gestern mit. Eine Delegation des Bundesrates unter der Leitung von Bundespräsident Alain Berset werde den Papst empfangen und mit ihm zu einem offiziellen Gespräch zusammenkommen, teilte die Bundeskanzlei weiter mit. Die genauen Modalitäten des Papstbesuchs seien in Abklärung. Der Papst wird am 21. Juni 2018 in der Schweiz erwartet.

Der eigentliche Grund für die Papstreise ist freilich nicht der Bundesratsempfang, sondern der Besuch des Weltkirchenrats in Genf. Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK), wie die Organisation offiziell heisst, hatte den Papst eingeladen. Dem Rat der Kirchen gehören rund 350 protestantische, anglikanische, orthodoxe und altkatholische Kirchen sowie kirchliche Gemeinschaften aus mehr als 110 Ländern an. Der Weltbund mit Sitz in Genf ist 1948 in Amsterdam gegründet worden. Der Besuch des Papstes beim ÖRK ist ein Beleg dafür, dass die Ökumene für Franziskus ein wichtiges Anliegen darstellt.

Papstbesuche in der Schweiz hatten in den letzten Jahren eher Seltenheitswert: Der letzte Pontifex der katholischen Kirche, der die Schweiz besucht hatte, war Johannes Paul II. Die Reise vom 5. und 6. Juni 2004 war die vorletzte Auslandsreise für den von seiner Krankheit bereits stark gezeichneten Papst aus Polen gewesen.

Grosser Papstbesuch im Jahr 1984

Anlass der Reise war ein Jugendtreffen in Bern gewesen. Zum Abschluss des Besuchs hatte Johannes Paul II. auf der grossen Allmend der Bundesstadt vor 70 000 Gläubigen eine Messe gehalten. Zwanzig Jahre zuvor, im Jahr 1984, hatte Karol Wojtyla schon einmal die Schweiz besucht. Er zelebrierte dabei verschiedene Eucharistiefeiern – in Agno bei Lugano vor rund 27 000 Gläubigen, in Luzern vor 40 000 und in Sitten vor 45 000 Personen.

Der Nachfolger von Johannes Paul II., der deutsche Papst Benedikt XVI., hat die Schweiz im Laufe seines knapp achtjährigen Pontifikats nie besucht – und so reist der Argentinier Jorge Maria Bergoglio (81) nun als erster Papst nach 14 Jahren in die Schweiz.

Dass die Eidgenossenschaft bei der vatikanischen Reiseplanung nicht die oberste Priorität geniesst, hängt damit zusammen, dass es sich bei der Schweiz nicht um ein mehrheitlich katholisches Land handelt und dass die Schweizer Gesellschaft – wie jene aller mittel- und nordeuropäischer Staaten, stark säkularisiert ist. Nichteuropäische Länder stehen mehr im Vordergrund für den Papst aus Südamerika. Hinzu kommt, als positiver Grund für die eher seltenen Papstbesuche, dass die Schweiz und der Vatikan grundsätzlich gute diplomatische Beziehungen pflegen.

So hatte Franziskus, anlässlich der Papstaudienz von Bundesrätin Doris Leuthard im vergangenen Mai, der Schweiz ausdrücklich für ihre guten Dienste in zahlreichen Konflikten und für ihre Solidarität in der Flüchtlings- und Migrationsfrage gedankt. Auch der Beitrag der Schweiz für die Entwicklungshilfe in armen Ländern wird im Vatikan ausdrücklich gewürdigt.

Ein weiterer Grund für die insgesamt guten Beziehungen zwischen Bern und dem Vatikan ist die Schweizergarde. Beim Besuch Leuthards hatte Franziskus versichert, dass die Spekulationen einiger italienischer Medien bezüglich einer geplanten Abschaffung seiner helvetischen Leib- und Palastwache jeder Grundlage entbehrten.

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