WEGGIS: Die neue Rosenkönigin heisst Adriana Frei

In Weggis wurde die neue Rosenkönigen gekürt. Die Wahl fiel auf eine 22-jährige Studentin an der Pädagogischen Hoch­schule Zentralschweiz aus Meggen.

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Adriana Frei ist die neue Rosenkönigin. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Adriana Frei ist die neue Rosenkönigin. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Dunkle Wolken, heftiger Donner, strömender Regen und fast leere Festzelte. Am frühen Samstagabend glich Weggis noch einem Geisterdorf. Dann hatte Petrus ein Einsehen: Hunderte genossen am 78. Rosenfest in Weggis einen stimmungsvollen Sommerabend. Gefeiert wurde bis in die frühen Morgenstunden. Mit viel Bratwürsten, feinen Crèpes, Musik, Fahrten auf der Pferdkutsche und einem imposanten, fast halbstündigem Feuerwerk. Weiterer Höhepunkt war traditionsgemäss die von Hallenstadion-Speaker Benny Wobmann moderierte Wahl der neuen Rosenkönigin, der Nachfolgerin von Steffi Giger aus Greppen. Punkt Mitternacht war die neue Königin erkoren – in Rekordzeit! Sie heisst Adriana Frei, ist 22 Jahre jung, studiert an der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz (PHZ) und kommt aus Meggen. Rosenkönigin wird nur, wer sich das auch verdient.

Rosen und Kakteen gehen an?
Mindestens 20 Rosen, die für 4 Franken und 50 Rappen verkauft wurden, musste man erst geschenkt bekommen haben, bevor man als Königin kandidieren konnte. Eine fünfköpfige Jury entschied dann die einstündige Kür im Weggiser Pavillon direkt am See. Frage an die mit Rosen Beschenkten: Welchem prominenten Menschen würden sie denn eine Rose schenken? Oder lieber ein Kaktus? «Meine Rose geht an Fussballer Eren Derdiyok, meinen Kaktus schenke ich dem Saudi-Arabischen Skandal-Schiedsrichter Al Ghamdi», erklärte die in Weggis aufgewachsene Kurdin Rojin Ciplak. Ihre Kollegin Nathalie Schüpbach sagte: «Rose an Hollywood-Star Johnny Depp, Kaktus an Wahrsager Mike Shiva, der mich gewaltig nervt.» Und für Marly Burgos aus Weggis ist klar: «Rosen die ganze spanische Fussball-Nati, Kaktus für noch BP-Konzenchef Tony Hayward

Wie sieht das mit den Rosen und dem Kakteen bei prominenten Rosenfest-Gästen aus? Miss Zentralschweiz Chantal Heggli schenkt Diego Armando Maradona eine Rose und Sepp Blatter einen Kaktus. Ihre Begründung: «Für den Argentinien-Trainer soll es ein Trost auf der Heimreise sein, für den Fifa-Chef eine Anmahnung, verstaubte Regeln einmal neu zu überdenken.» Thermoplan-Chef Adrian Steiner sieht es so: «Die Rose kann nur meiner Ehefrau Nathalie gehören, denn im Dezember erwarten wir unser erstes Kind. Und mit dem Kaktus kann ich zur Zeit nur BP-Chef Tony Hayard auszeichnen.» Für Sängerin Alma Cilurzo, die Rosenkönigin 2006, steht fest: «Meine Rose geht an mein musikalisches Vorbild, Bandleader Pepe Lienhard. Der Kaktus an Golfer Tiger Woods, weil er die Liebe und die Treue mit Füssen getreten hat.»

Die Rosenfest-Zukunft ist gesichert
Das Rosenfest 2010 – dank gnädigem Wettergott erlebte es einen erfolgreichen zweiten Abend. «Schon am Freitag hatten wir im Vergleich zu den letzten Jahren viel mehr Gäste», freute sich Dominic Keller, seit vier Jahren OK-Chef. «Auch unser vorübergehendes Problem, genügend Helferinnen und Helfer zu finden, hat sich gelöst. Wir konnten unser Team sogar von acht auf zwölf Personen aufstocken.» Das Defizit des 100'000-Franken-Events im letzten Jahr von «ein paar tausend Franken» habe man durch Reserven decken können. «Wir stehen finanziell gesichert da», so Keller. «In zwei Jahren, zum 80. Jubiläum, erwägen wir sogar, den früher so traditionsreichen Rosenball wieder ins Leben zu rufen.» Überlegungen seien im Gange, den Ball eventuell am Freitag zur Eröffnung und möglicherweise auf einem Dampfschiff durchzuführen. Entschieden sei noch nichts. Josef Odermatt, der Gemeindeammann von Weggis, freut sich über diese Nachricht und meint: «Sehr gut! An dieser Idee muss gearbeitet werden.»

André Häfliger