Weitere Leichen im Wrack der «Costa Concordia» entdeckt

Taucher haben am Mittwoch vier Leichen im überfluteten Teil der gekenterten «Costa Concordia» gefunden. Das teilte der Krisenstab auf der Insel Giglio mit. Die Leichen wurden den Angaben zufolge auf dem vierten Deck des havarierten Kreuzfahrtschiffes gesichtet.

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Feuerwehrleute auf dem Weg zum Unglücksschiff. (Bild: Keystone)

Feuerwehrleute auf dem Weg zum Unglücksschiff. (Bild: Keystone)

(sda)

Die Bergung der Toten werde wegen erschwerter Arbeitsbedingungen länger dauern, hiess es. Nach einer Überprüfung der Aussagen von Überlebenden der Havarie über den möglichen Verbleib von Vermissten waren Taucher nach längerer Pause gezielt auf die Suche gegangen. 15 Passagiere und Crewmitglieder des Kreuzfahrtschiffes wurden zuletzt noch vermisst.

Die Rettungsmannschaften teilten mit, dass sich unter den Leichen jene der fünfjährigen Dayana Arlotti befindet, die so wie ihr Vater William seit dem Unglück als vermisst galt. Ihr Schicksal hatte ganz Italien bewegt. Dayanas Mutter hatte im italienischen Fernsehen immer wieder an Passagiere appelliert, ihr allfällige Berichte über ihre Tochter zukommen zu lassen.

Sechs Wochen nach der Havarie vor der toskanischen Küste läuft das Abpumpen des Treibstoffes aus dem Wrack auf Hochtouren. Die Fachleute des niederländischen Spezialunternehmens Smit Salvage entfernen derzeit das Öl aus neun Tanks, die sich im hinteren Teil des Schiffes befinden. Die Einsatzkräfte wollen das günstige Wetter nutzen, um so rasch wie möglich die Arbeit abzuschliessen.

Inzwischen haben ein Drittel der Passagiere, die sich an Bord des havarierten Schiffes befanden, die Entschädigung in Höhe von 11'000 Euro angenommen, die die Kreuzfahrtgesellschaft Costa Crociere, Betreiber der «Costa Concordia», angeboten hat.

Das Kreuzfahrtschiff «Costa Concordia» war am 13. Januar vor der toskanischen Insel gekentert. Gegen den Kapitän Francesco Schettino wird wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung, Havarie und Verlassen des Schiffes während der Evakuierung ermittelt. 17 Leichen wurden bisher geborgen.