YASMINE-MÉLANIE WYRSCH: «Ich starte mit einem sehr guten Gefühl»

Mit dem Lied «Tränen gehören zum Leben» steigt Yasmine-Mélanie Wyrsch in Wien in den GP-Final der Volksmusik. Für die 20-jährige Zugerin ist es der bisher wichtigste Karrierenauftritt.

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Yasmine-Mélanie Wyrsch. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Yasmine-Mélanie Wyrsch. (Bild Werner Schelbert/Neue ZZ)

Yasmine-Mélanie Wyrsch, wie beurteilen Sie die Schweizer Siegchancen am GP-Final?
Yasmine-Mélanie Wyrsch:
Schwierig zu sagen. Ich sage mir immer: Wenn das Lied zum Interpreten passt und dieser gut drauf ist am Event, dann kommt es beim Publikum an und die Chancen erhöhen sich. In den letzten Jahren hat man aber leider immer wieder erfahren müssen, dass die Schweiz fast keine Chancen mehr hat an einem internationalen Voting-Wettbewerb weit nach vorne zu kommen. Warum dies so ist, da gehen die Meinungen weit auseinander.

Mit welchem Gefühl im Bauch reisen Sie selber nach Wien? Was haben Sie sich vorgenommen?
Wyrsch: Ich persönlich habe ein sehr gutes Gefühl. Das Lied passt und gefällt mir total, ich fühle mich pudelwohl mit dem Song, weil der Inhalt die ganze Bevölkerung betrifft und Emotionen geweckt werden. Es ist eine sehr schöne Melodie. Philipp Mettler und Patricia Stauber haben einen richtigen Ohrwurm kreiert. Ich werde da einfach mein Bestes geben und versuchen, die Schweiz mit meinen drei weiteren Teilnehmern super zu vertreten.

Welches Lied ist Ihr persönlicher Favorit?
Wyrsch:
Das Niveau scheint mir dieses Jahr allgemein ganz hoch. Alle Schweizer Formationen gehören ganz sicher zu meinen Favoriten.

Was passiert, wenn Sie Ihr Ziel verpassen?
Wyrsch:
Ich werde selber ausser einem perfekten Auftritt nicht viel beisteuern können. Wenn mein Lied den Zuschauer zu Hause gefällt, helfen sie mir weiter, wenn nicht, so nehme ich sicher einmal die schöne Zeit in Wien mit. Jeder einzelne TV-Auftritt, vor allem vor einem 9-Millionen-Publikum wie am Samstag, ist und war immer eine wertvolle Erfahrung mehr.

Und wenn Sie gewinnen?
Wyrsch (lacht): Dann – naja, warten wir einfach mal ab und lassen uns überraschen. Ich möchte gar nicht so weit voraus schon meine Gedanken machen, sonst wird die Enttäuschung nir umso grösser sein. Klar hoffen alle 16 Finalisten auf den Sieg. Aber damit rechnen, das ist etwas anderes. Das eigene Land kann für die eigenen Interpreten nicht stimmen. Aber man kann ja zum Beispiel Freunde in den anderen drei Ländern aufmuntern, abzustimmen.

Was ist der massgebliche Unterschied zwischen einem Auftritt vor Publikum und einer Wettbewerbsteilnahme?
Wyrsch:
Vor einem Livepublikum kann man sich so richtig frei bewegen und reden, Sprüche fallen lassen, wie sie einem grad einfallen. Geht was mal schief, kann man sich vor Ort humorvoll entschuldigen und das Publikum nimmt einem das gar nicht übel. Bei einem Wettbewerbsauftritt aber muss einfach alles sitzen. Geht da was in die Hose, hat man nicht die Möglichkeit, sich zu rechtfertigen. Da sind es rund 3 Minuten, in denen alles entschieden wird. In diesen Minuten muss einfach alles hundertprozentig sitzen.

In welchem Kleid und mit welcher Frisur werden Sie auftreten?
Wyrsch: Ehrlich gesagt, weiss ich noch nicht mal alles genau. Ich entscheide mich oft auch erst in letzter Minute. Es kommt auch da oft anders, als man es sich vorher vorstellt.

Warum muss man die Livesendung am Samstagabend unbedingt anschauen?
Wyrsch: Sicher auch deshalb, weil es die 25-Jahr-Jubiläumssendung ist und alle bisherigen GP-Sieger gemeinsam auftreten werden. Ihnen zu begegnen, wird für mich als Newcomerin spannend sein, denn es sind doch einige Topstars aus der Schweizer Szene unter ihnen, die auch mal so klein angefangen haben wie ich.

Welches sind Ihre nächsten Pläne und Ziele?
Wyrsch: Ich möchte mich musikalisch weiter verbessern, man lernt ja nie aus. Gerade in den jungen Jahren ändert sich an der Stimme viel. So möchte ich einfach immer am Ball bleiben und mich weiter ausbilden lassen. Gerne will ich meinen Job als Spielgruppenleiterin weiterhin ausüben, der seit dem Einzug ins Finale viel zu kurz gekommen ist. Diese Tätigkeit ist für mich ein schöner Ausgleich nach den strengen, aber schönen Wochenendauftritte.

Und welches ist ihr grösster Traum?
Wyrsch: Eine grosse und helle Loftwohnung in Zug oder Umgebung. Mir gefällt es zu Hause bei meinen Eltern zwar nach wie vor sehr gut, denn wir haben es total schön miteinander und ich geniesse da den Luxus meiner Mutter, wie etwa das Kochen, Aufräumen, Waschen. Trotzdem würde ich sehr gerne meinen eigenen Stil, etwa bei Möbeln oder beim Geschirr, walten und leben lassen. Für das ist unser zu Hause leider etwas zu klein.

André Häfliger

HINWEIS
Internationaler Final GP der Volksmusik 2010, Samstag, 28. August, SF1 live ab 20.15 Uhr. Die weiteren Schweizer am Start: Nicolas Senn («Feuer und Flamme»), Stixi&Sonja mit dem Jodlerclub Alpeblueme («Bete zu unserem Herrgott»), Original Voralpen-Express («Pfeif einfach drauf»).