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ZEPPELINE: Reisen im fliegenden Hotel

Vor mehr als hundert Jahren schwebten die Luftschiffe des «verrückten Grafen» über den Atlantik. Bis das LZ «Hindenburg» 1937 in Flammen aufging. Heute sind sie wieder eine Touristenattraktion.
Bettina Kugler
Der erfolgreichste aller Zeppeline: 1929 unternahm das LZ «Graf Zeppelin» eine sensationelle Fahrt rund um den Globus. (Bild: Central Press/Getty Images (26. April 1930))

Der erfolgreichste aller Zeppeline: 1929 unternahm das LZ «Graf Zeppelin» eine sensationelle Fahrt rund um den Globus. (Bild: Central Press/Getty Images (26. April 1930))

Bettina Kugler

Nur 32 Sekunden, eine halbe Minute, dann endet die stolze Geschichte der Luftschiffe mit heulenden Sirenen. Das war am 6. Mai 1937: Das Luftschiff «Hindenburg» will nach einem Flug über den Atlantik in Lakehurst nahe bei New York landen. Aber ein Gewitter zieht auf; der Zeppelin fliegt zurück nach New York und dreht eine weitere Runde über die Weltstadt und ihren Hafen. Was dann passiert, ist bis heute nicht restlos geklärt. Die «Hindenburg» steuert noch einmal den Landeplatz vor dem Hangar in Lakehurst an. Unten warten Reporter und ein Filmteam; die Kamera läuft. Schliesslich staunt alle Welt über das technische Wunderwerk aus Deutschland. Doch es kommt vor den düsteren Gewitterwolken zu einer Katastrophe. Die Bodenmannschaft zieht die «Hindenburg» bereits Meter für Meter hinab. Kaum einer bemerkt, dass über die Haut des Zeppelins kleine Flammen wandern, vom Bug zum Heck und wieder zurück. Die Luft knistert. Plötzlich geht ein heftiger Ruck durch das Luftschiff: Das Heck brennt lichterloh! Keine Minute später stürzt die «Hindenburg» ab. Von den 97 Menschen an Bord (36 Fahrgäste, 61 Mannschaftsmitglieder) können sich 62 retten; die übrigen kommen in den Flammen ums Leben oder sterben bald darauf an ihren schweren Verletzungen.

Die silberne Haut ist mit leichtem Gas gefüllt

Wie es war, mit diesem fliegenden Hotel aus dem vergangenen Jahrhundert über den Atlantik zu reisen, macht die Geschichte des Kabinenjungen Werner Franz erlebbar. Stefan Martin Meyer und Thorwald Spangenberg erzählen sie im Buch «Mit dem Zeppelin nach New York» (ab 8, Gerstenberg, Fr. 22.–). Sie verbinden dabei die Geschichte eines vierzehnjährigen Buben, der als Steward an Bord arbeitet – also Essen serviert, Betten bezieht und Teller wäscht –, mit Fakten über den Luftschiffbau und mit packenden Bildern. Auf ihnen siehst du, wie riesig der Zeppelin war, wie mächtig er auf die Menschen damals gewirkt haben muss, wenn er sanft am Himmel vorbeizog. Nicht «flog»: Luftschiffe fahren. Seit 1997 werden in Friedrichshafen am Bodensee wieder welche gebaut. Der Zeppelin NT (Neuer Technologie) ist ­natürlich viel sicherer als seine ­Vorgänger! Mit ihm schweben heute Touristen über den Bodensee. Anders als bei der «Hindenburg» haben im modernen Zeppelin nur zwölf Personen in der Gondel Platz. Die Hülle aus hochfestem Mehrfachlaminat ist mit Helium gefüllt – das ist unbrennbar. Und es ist leichter als Luft.

Der Name «Zeppelin» kommt vom Erfinder der silbern schimmernden Luftschiffe: Graf Ferdinand von Zeppelin aus Konstanz. Anfangs war er mit seinem Traum vom Fliegen für viele nur «der verrückte Graf». Schon 1874 begann er zu tüfteln und zu bauen. Genau im Jahr 1900 erhob sich sein erstes Luftschiff über den ­Bodensee, 128 Meter lang, mit einem Durchmesser von über elf Metern, angetrieben von zwei Motoren. Bis 1938 wurden insgesamt ­ 119 Zeppeline gebaut.

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