ZÜRCHER SECHSELÄUTEN: Der Böögg verspricht einen Traumsommer

Exakt 12 Minuten und 54 Sekunden nach 18 Uhr knallte es am Montag in Zürich: Der Böögg explodierte am Zürcher Sechseläuten damit eine Sekunde schneller als im Vorjahr.

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Bundespräsidentin Doris Leuthard winkt dem Sechseläuten-Publikum zu. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Bundespräsidentin Doris Leuthard winkt dem Sechseläuten-Publikum zu. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Der legendäre Böögg explodierte am Zürcher Sechseläuten exaxt 12 Minuten und 54 Sekunden nach 18 Uhr. Das verspricht einer alten Sage nach einen langen und schönen Sommer. «Bei sonnigen 20 Grad habe ich damit gerechnet. Die rund 4500 Kleinholz-Bürdelis waren extrem trocken», stellte Beat Fuchs erfreut fest. Als höchster Vertreter des diesjährigen Gastkantons Nidwalden, der im wahrsten Sinne des Wortes den Frühling in die Calvinstadt brachte, durfte der Landammann aus der Zentralschweiz das Feuer unter dem 3,4 Meter grossen Böögg entfachen.

Mehrere Zehntausend Gäste verfolgten dem Umzug mit rund 6000 Teilnehmern durch die Stadt. Gutgelaunt säumten sie die Strassen, verteilten traditionsgemäss Blumen und Glückwünsche, auch an zahlreiche Prominente. Was verbindet sie mit dem Gastkanton Nidwalden? «Ich bin auch in Sarnen heimatberechtigt», erzählte Bundespräsidentin Doris Leuthard nicht ohne Stolz. «Umso mehr freut es mich, dass mein Nachbarskanton hier einen derart tollen Auftritt hat – Kompliment an alle!» Auch Bundesratskollege Ueli Maurer kam sofort ins Schwärmen: «Im Kanton Nidwalden habe ich ein paar sehr gute Bekannte – und ich freue mich natürlich, dass meine Partei an den letzten Wahlen dort so grossartig abgeschnitten hat.»

Wander-Fan Blocher
Christoph Blocher nannte Nidwalden liebevoll «einen der schönsten Wanderkantone der Schweiz». Der alt Bundesrat war mit Rita Fuhrer Gast der Zimmerleuten-Zunft. Die Zürcher SVP-Regierungsrätin kennt den Gastkanton bestens: «Wir haben sechs Jahre in Beckenried gewohnt. Heute fühle ich mich wieder ganz als Nidwaldnerin!» Auch Pascale Bruderer Wyss fühlte sich halbwegs ins Herzen der Schweiz versetzt. «Fahnenschwinger, Freiberger Pferde, wunderschöne Trachten und das Frühlingsmotto, das an diesem prächtigen Tag den Nagel auf den Kopf trifft – der Kanton Nidwalden macht seine Sache hier perfekt», attestierte die SP-Nationalratspäsidentin, die mit der Nidwalder Museumschefin Nathalie Unternährer in der Waag-Zunft mitlief.

Günstige Steuern
Die TV-Sportlegenden Waldemar Hartmann und Hans Jucker erhoben den Vierwaldstättersee zum «schönsten Gewässer der Schweiz», Armeechef André Blattmann lobte die «grosse Zuverlässigkeit» der Nidwaldner Bevölkerung, mit deren Repräsentanten er «immer sehr gerne» zusammen arbeite. FDP-Nationalrat Filippo Leutenegger, sein Ständerats-Parteikollege Felix Gutzwiller (mit dem Einsiedler Abt Martin Werlen in der Constaffel-Zunft), SVP-Präsident Toni Brunner und TV-Star Bernard Thurnheer (mit FDP-Präsident Fulvio Pelli in der Weggen-Zunft) schliesslich brachten den Gastkanton unisono mit «niedrigen Steuern» in Verbindung. Fazit: Den Frühling hat Nidwalden nach Zürich gebracht, günstige Steuern eher nicht?

André Häfliger, Zürich

Impressionen vom Umzug (Beitrag Matthias Piazza):