ZUM MUTTERTAG: Prominente danken ihren Eltern

Heute ist Muttertag, der Tag des Dankes an unsere Mütter, aber auch an unsere Väter. Prominente aus der Zentralschweiz erzählen, was sie alles ihren Eltern zu verdanken haben.

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Sängerin Fabienne Louves mit ihrer Mutter Silvia in Emmenbrücke. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Sängerin Fabienne Louves mit ihrer Mutter Silvia in Emmenbrücke. (Bild André Häfliger/Neue LZ)

Zärtlich nimmt Sängerin Fabienne Louves (24) in Emmenbrücke ihre Mutter Silvia (54) in die Arme. «Ich habe das beste Mami der Welt. Und natürlich auch den besten Papi», sagt die MusicStar-Gewinnerin von 2004, die gerade mit ihrem neuen Album «Fabulös» die Charts erobert.

Papa Joseph (51) ist gerade unabkömmlich, weil er wie wild im Luzerner Bistro «Du Théâtre» kocht. «Meine Eltern haben meinem älteren Bruder Pascal und mir von Anfang an das beigebracht, was im Leben wichtig ist», erzählt Fabienne. «Ehrlichkeit, Anstand und gute Manieren. Sie haben uns auch immer gesagt, dass es gut ist, wenn man Menschen zuhören kann. Und, dass man aus Fehlern nur lernen kann.»

Fabienne hat eine enge Bindung zu ihrer Mutter, die – wie sie auch – sehr lebensfreudig ist und gerne lacht. «Sie ist eine moderne Mama, alles andere als altmodisch», attestiert Louves. «Wir hatten nie Geheimnisse untereinander. Wir unternehmen viel zusammen, gehen gemeinsam einkaufen. Oft berät sie mich, welches Kleid ich für einen Auftritt kaufen soll. Mein Mami hat einen sehr guten Geschmack!»

Sogar ihr Lebensmotto «Es kommt, wie es kommen muss» hat Fabienne von ihrer Mutter. Oder der Leitsatz «Überlege zuerst, bevor du sprichst.» Sie merke auch, dass sie ihrem Mami immer mehr ähnlich ist. «Etwa in der Gestik, oder auch beim Lachen», erzählt Fabienne Loves.

Der Chef zu Hause indes sei ihr Vater: «Er hat die Hosen an, während mein Mami in konzilianter Art immer nach Lösungen sucht, sollte es mal Probleme geben.» Gab es die denn oft? «Nein, nein», schmunzelt Silvia Louves, geborene Stirnimann. «Fabienne auch als Kind sehr aufgeweckt aber eigentlich immer recht brav und folgsam. Ihre grösste Schwäche ist eine Kleinigkeit: Sie ist manchmal etwas unordentlich.» Nochmals umarmt Fabienne ihr Mami. Und freut sich schon, ihr das traditionelle Muttertagsgeschenk zu übergeben: «Ein herrlicher, bunter Strauss ganz frischer Blumen.»

Stolz auf ihre Nadia
Skistar Nadia Styger (31) wohnt mit ihrem älteren Bruder Daniel (35) immer noch zu Hause in Sattel bei Mutter Annemarie (63) und Vater Magnus (69) Ihre ebenfalls ältere Schwester Erna (34) lebt in einer Wohngemeinschaft mit zwei Kolleginnen gleich im Haus nebenan. «Unsere Kinder haben eben gemerkt, wo es schön ist», schmunzelt Vater Magnus Styger, der rund 10 Jahre Servicemann an den Skirennen seiner Tochter Nadia war.

«Ganz genau», erklärt die Schwyzerin, die seit 13 Jahren Skiprofi ist. «In erster Linie verdanken wir unseren Eltern, zu denen wir alle ein sehr enges Verhältnis haben, unser schönes Zuhause. Hier fühle ich mich wohl, hier komme auch ich immer wieder gerne zurück. Für diese Nestwärme bin ich meinen Eltern unendlich dankbar.»

Ihnen, so Nadia Styger weiter, verdanke sie, die manchmal «schon etwas einen harten Kopf» habe, auch eine «konsequente Erziehung», eine «gute Allgemeinbildung» mit abgeschlossener KV-Lehre und als Kind auch die «Affinität zur Musik» (Blockflöte, Klavier und Orgel). Und die Kochkunst? «Keine Sorge, das Nötigste habe ich ihr schon beigebracht», lächelt Annemarie Styger. Mit ihrer Schwester Erna bereitet Nadia am Muttertag denn auch das Mittagessen zu; das ist ihr Geschenk an die Eltern.

Vor allem aber auch hätten ihre Eltern ihr die «grosse Freude an der Natur» mitgegeben. Genau das habe sie letztlich zu ihrem Beruf, dem Skisport, dann aber auch zu den Hobbys Bergwandern und Skitouren gebracht. Obwohl Mutter Annemarie, besonders anfänglich, etwas bedenken hatte. «Nicht alles ist gut im Spitzensport», sagt sie.

«Oft fährt bei mir auch die Angst mit. Andererseits bin ich natürlich auch ich mächtig stolz auf all das, was Nadia erreicht in ihrer Karriere.» Liebevoll lächelt Nadia Styger ihre Eltern an: «Ohne euch beiden, das ist sonnenklar, wäre es nicht gegangen. Rein finanziell, aber vor allem auch wegen der vielen Zeit und der grossen moralischen Unterstützung, die ihr mir geschenkt habt. Dafür bin ich euch immer, nicht nur am Muttertag, unendlich dankbar.»

Müris Familienmanagerin
In der Alterssiedlung «Riedsunnä» in Stansstaad trifft SVP-Nationalrat Felix Müri (52) seine Mutter CharlotteSommer. Die 80-jährige Luzernerin freut sich riesig. «Mein geliebter Sohn ist so viel beschäftigt, dass ich ihn leider gar nicht so oft zu sehen bekomme», schmunzelt die Mutter von vier Töchtern und einem Sohn.

«Aber ich bin mächtig stolz auf Felix. Er hat den richtigen Beruf gewählt für sich und ich habe ihn in dieser Absicht auch immer unterstützt.» Der SVP-Spitzenpolitiker, der seinen Vater im Alter von 23 Jahren verlor, nickt dankbar und schaut seine Mutter, die ein zweites Mal heiratete, liebevoll an. «Unser Mami ist eine sehr selbstbewusste Frau», attestiert Felix Müri.

«Sie war immer eine tolle Managerin der Familie, ein richtiges Organisationstalent.» Mit fünf Kindern habe sie «fast zwangsläufig etwas streng» sein müssen. «Logisch, mussten wir gehorchen», erklärt Müri. «Aber sie hat sich immer auch viel Zeit für Gespräche genommen, half bei den Hausaufgaben mit und gab uns wertvolle Ratschläge. Ehrlichkeit währt am besten, das hat sie uns geradezu eingeimpft!»

Mitgegeben hat Charlotte Sommer ihren Kindern vor allem das traditionelle Bild einer Schweizer Familie. «Der Vater geht seinem Beruf nach, die Mutter hat zu Hause alles im Griff», sagt Müri, der mit seiner Ehefrau Marie-Therese mit vier Kindern ebenfalls eine Grosse Familie hat. «Als einziger Bub rund um vier Mädchen hatte es mein Felix natürlich nicht immer leicht», lächelt Charlotte Sommer. «Er hatte keinen Bruder, der ihn unterstützte, musste sich selber durchsetzten. Aber das hat ihm, glaube ich, gar nicht geschadet, im Gegenteil.»

Seine Arbeit als Politiker verfolge seine Mutter «sehr intensiv und durchaus auch kritisch», beteuert Müri. «Ab und zu mahnt sie auch an, ich dürfe ruhig etwas abnehmen», fügt er etwas verschmitzt an. Jetzt aber freut sich seine Mutter auf das feine Essen, zu dem sie ihre Kinder jeweils zum Muttertag einladen.

André Häfliger