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ZUM VELO DAS PRAKTISCHE ODER SCHÖNE ACCESSOIRE: Von Bergstromern bis zu Halbrennern

Es surrt auf Schweizer Strassen – und auf Bergen. Aber noch ist nicht alles ein E-Bike, was zwei Räder hat. Dank alter Formen und moderner Bauweisen ist auch eine neue Generation von «Stromlosen» im Trend.
Peter Hummel
Mit Motor: Nebst den E-Mountainbikes sind auch Retrovelos im Trend wie zum Beispiel die Modelle Juna von Diamant. (Bilder: PD)

Mit Motor: Nebst den E-Mountainbikes sind auch Retrovelos im Trend wie zum Beispiel die Modelle Juna von Diamant. (Bilder: PD)

Peter Hummel

Das E-Bike bleibt der Motor der Velobranche: Die Elektrischen sind die einzige Kategorie, die immer noch namhafte Zuwachsraten verzeichnet. Und besonders im Steigflug befindet sich nach wie vor das E-Mountainbike. Diesen Frühling bringt die St. Galler Firma Komenda mit Bergstrom sogar eine darauf fokussierte neue Marke in den Handel – nomen est omen.

Die Möglichkeit, dank Elektroschub buchstäblich neue Höhenflüge zu erleben, schätzen zwar viele stolze Besitzer von E-Mountainbikes durchaus. Doch deren Absatz hätte sich in den letzten drei Jahren kaum verfünffacht, wenn sie nur fürs grobe Gelände gekauft würden. Ihre sportliche Optik und Dynamik spricht vor allem auch eine jüngere und junggebliebene Klientel an, welcher die herkömmlichen City-E-Bikes zu behäbig waren und die ihre elektrischen Mountainbikes vornehmlich im Alltag einsetzt. Das Phänomen ist von den SUV bei den Autos wohlbekannt ...

Einfachere Schaltung

Kunststück, verkaufen heute manche Händler schon deutlich mehr elektrische als normale Mountainbikes. Letztere können aber gleichwohl noch ihre Trümpfe ausspielen, die Entwicklung ist auch da nicht stehen geblieben: Nach der Radgrösse und Reifenbreite steht nun die Schaltung im Vordergrund – die Reduzierung auf ein einziges vorderes Kettenblatt: Sram bietet mit den 12 Ritzeln des Eagle-Antriebs eine ähnlich breite Übersetzung an, wie das bislang nur mit zwei oder drei Kettenblättern möglich war. Abgesehen vom Gewicht gibt es noch handfeste Vorteile: Einfachere Bedienung, keine «toten» Gänge mehr und kaum noch abspringende Ketten.

Reichweite und Design

Zwar liegt bei den E-Bikes der Fokus immer noch auf dem Antrieb – Motor wie Akku. So liefern die neusten Motoren bei geringerem Stromverbrauch mehr Unterstützung. Zusammen mit den leistungsfähigeren Batterien (500 Wattstunden sind heute schon meist Standard) sind nun bei ökonomischer Fahrweise in nicht allzu coupiertem Terrain Distanzen von um die 100 Kilometer realistisch geworden. Bei den Batterien liegt ein Augenmerk aber je länger, je mehr auch auf der Optik, der weitgehenden oder vollständigen Integration in den Rahmen. Neben der aufgeräumten Erscheinung beeinflusst diese Anordnung aber auch das Fahrverhalten positiv: Ein Akku im Unterrohr sorgt für viel mehr Laufruhe als ein am Gepäckträger platzierter.

Revival des Ausläufervelos

Neben den boomenden E-Mounties gibt es aber noch eine Elektro-Nische, die im Aufwind ist: die Lastenräder. Was früher als Ausläufervelo zum Strassenbild gehörte und in Velometropolen wie Amsterdam oder Kopenhagen ein kräftiges Revival erfährt, fasst nun dank Stromhilfe langsam, aber sicher auch in der Schweiz Fuss (oder besser Rad) – nicht zuletzt dank «carvelo2go»: Diese Initiative der Mobilitätsakademie, der Migros und des TCS stellt seit letztem Jahr auch in St. Gallen und heuer erstmals in Luzern Cargobikes leihweise zur Verfügung.

Stilvoll und komfortabel

Der Erfolg der Elektrovelos hat zwar die Nachfrage nach normalen Stadt- und Bergvelos stetig zurückgehen lassen. Quasi in deren Windschatten ist aber eine Art Gegenbewegung entstanden – hin zu leichten, wendigen und trendigen Alltags- und Sporträdern. Das sind zum einen die «Classic Bikes», bei denen sich traditionelle Elemente (alte Lenkerformen, Lederteile) mit moderner Technik verbinden – eigentlich die Auferstehung des guten alten Halbrenners. Shimano lanciert dafür eigens die neue Urban-Sports-Gruppe Metrea, die in der Schweiz erstmals beim Modell Jive von City Cycles verwendet wird.

Das können aber auch neue Spielarten des Rennvelos sein, das dadurch plötzlich nicht mehr nur durchtrainierte «Gümmeler» anspricht: Einmal bieten herkömmliche Renner dank aufrechter Sitzposition, breiteren Reifen und Scheibenbremsen mehr Komfort und Sicherheit. Und dann verbreiten sich allmählich auch Geländeversionen (Gravel Bikes) mit profilierten Reifen, die dank Gepäckbefestigungen und Schutzblechaufnahmen sogar tourentauglich sind.

Bambus statt Carbon

Wie innovativ diese neue Generation von «Stromlosen» ist, zeigt auch die brandneue Schweizer Marke Drehmoment Bikes: Vier IT-Ingenieure haben ein ganz neuartiges Bambusvelo entwickelt. Dieses an sich ideale Material, das unbearbeitet aber sehr klobig wirkt, lassen sie in die Fasern aufspalten und zu schlanken Rohren pressen, die mit Carbonmuffen verklebt werden. Das Resultat ist ein ästhetisch bestechend schönes Rad, das auch technisch überzeugt (geringes Gewicht, gute Dämpfung). Natürlich gibt es davon auch schon eine Elektroversion ...

Eine fast vollständige Marktübersicht bietet das nationale Velofestival Bike Days in Solothurn vom 5. bis 7. Mai. www.bikedays.ch

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