Zwei Stadträte an illegaler Demo attackiert

Rund 100 Personen haben am Samstagnachmittag in der Berner Innenstadt lautstark gegen den Kapitalismus demonstriert. Sachbeschädigungen gab es keine. An der unbewilligten Kundgebung wurden aber zwei Berner Stadträte mit Pfefferspray attackiert.

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Vermummte demonstrieren am Samstagnachmittag in Bern. (Bild: Keystone)

Vermummte demonstrieren am Samstagnachmittag in Bern. (Bild: Keystone)

Bei den beiden Legislativpolitikern handelt es sich um den Fraktionschef der SVP Stadt Bern, Roland Jakob, sowie um den parteilosen Jimy Hofer. Hofer hatte sich den Demonstrierenden mitten auf der Strasse entgegenstellt, wie er auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. «Dann kamen vier vermummte Kundgebungsteilnehmer auf mich zu und nebelten mich ein.» Die Polizei spricht in ihrer Mitteilung von Pfefferspray, Hofer geht jedoch von einer Attacke mit Tränengas aus. Nach dem Vorfall musste er zur Kontrolle ins Inselspital gefahren werden.

SVP-Stadtrat Jakob stellte sich etwas später neben den Demonstrationszug. «Dann beschimpfte mich einer der Vermummten», sagte Jakob. Er habe diesen aufgefordert, die Maske abzunehmen. Dann habe ihn ein anderer Kundgebungsteilnehmer mit Pfefferspray attackiert.

Die Kantonspolizei Bern bestätigte auch diesen Vorfall, ohne Details bekanntzugeben. Der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) verurteilte die Vorfälle. Solche Übergriffe seien nicht tolerabel, sagte er auf Anfrage. An der Demonstration kam es zu einigen Personenkontrollen, wie die Kantonspolizei Bern mitteilte. Drei Personen wurden angehalten und für kurze Zeit auf eine Wache gebracht. Die Polizei hielt sich nach eigenen Angaben mit einem grösseren Aufgebot im Hintergrund.

Petarden und Fackeln in der Innenstadt

Die meisten Teilnehmer der Kundgebung waren schwarz gekleidet und vermummt. Der Demonstrationszug war zwar nicht gross, dafür laut: Immer wieder feuerten die Kundgebungsteilnehmer ohrenbetäubende Petarden ab. Die Bengalfackeln nebelten mitunter die Gassen der Berner Altstadt mit dichtem Rauch ein.

Die Kundgebung fand noch während der Öffnungszeiten der Geschäfte in der Berner Innenstadt statt. Dementsprechend waren besonders viele Passanten unterwegs.

Die Demonstrierenden beendeten ihre Kundgebung nach fast zwei Stunden in der Berner Reitschule. Zur Demonstration aufgerufen hatte die Antikapitalistische Kampagne (Antika). Diese sieht im Kapitalismus ein «schädliches und menschenfeindliches System», das es abzuschaffen gelte.

Die Stadtberner CVP lobte in einer Mitteilung vom Sonntag die Deeskalationsstrategie ihres Sicherheitsdirektors und der Polizei. Anders die die Stadtberner FDP: Sie kritisierte, die rot-grüne Stadtregierung habe einer Hand voll Chaoten Privilegien zugestanden, von denen normale Bürger nur träumen könnten.

sda