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1. AUGUST: Erster Härtetest für die neue Hymne

Die Gemeinnützige Gesellschaft hat sämtliche Gemeinden ermuntert, am Nationalfeiertag die neue Hymne zu singen. Das Echo fällt unterschiedlich aus.
Kari Kälin
Besucherinnen und Besucher während der 1.-August-Feier im vergangenen Jahr auf der Rütliwiese. (Bild: Keystone/Alexandra Wey)

Besucherinnen und Besucher während der 1.-August-Feier im vergangenen Jahr auf der Rütliwiese. (Bild: Keystone/Alexandra Wey)

Kari Kälin

Auf dem Rütli hat die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG), die Verwalterin der historischen Wiese, ein Heimspiel. Als Organisatorin der 1.-August-Feier hat sie dafür gesorgt, dass der Schweizer Jugendchor neben dem Schweizer Psalm («Trittst im Morgenrot daher») auch die Hymne mit einem neuen Text intonieren wird – vor mehr als 1000 Gästen, darunter viele ausländische Botschafter.

Zur Erinnerung: Die SGG will die offizielle Landeshymne ersetzen. Deshalb veranstaltete sie einen Wettbewerb. Im letzten September wurde in der Sendung «Potzmusig» des Schweizer Fernsehens eine neue Hymne erkoren – per SMS, Onlinevoting und Telefonanrufen. Gewonnen hat der Beitrag mit dem Textbeginn «Weisses Kreuz auf rotem Grund». Die Melodie bleibt gleich.

Positive und negative Reaktionen

Um die neuen Zeilen unters Volk zu bringen, hat SGG-Geschäftsleiter Lukas Niederberger in den letzten Wochen den Text sämtlichen Gemeinden der Schweiz (rund 2350) sowie Schulen und Chören zugestellt und sie ermuntert, an der Bundesfeier sowohl den bisherigen als auch den neuen Hymnentext zu singen. Das Jahr eins nach dem Wettbewerb ist ein erster Härtetest. Positive und negative Rückmeldungen halten sich laut Niederberger die Waage. Rund ein halbes Dutzend Gemeinden wollen am Nationalfeiertag den Siegerbeitrag singen, gleich viele haben eine Absage erteilt.

Was verspricht sich Niederberger von der Offensive der SGG? «Wenn die neue Hymne in diesem Jahr in 50 Gemeinden gesungen wird, wäre das ein Erfolg», sagt er. Bereits ins Boot geholt hat der SGG-Geschäftsleiter die kleine St. Galler Gemeinde Muolen. Auf dem Dorfplatz wird am 1. August ein Filmbeitrag vorgespielt, in dem Primarschüler und Kindergärtner die neue Hymne singen. Der Beitrag ist bereits auf der Internetplattform Youtube aufgeschaltet. Weniger begeistert reagierte man andernorts auf den SGG-Vorschlag. Eine Berner Gemeinde etwa fand es daneben, eine Hymne zu singen, die weder Bundesrat noch Parlament abgesegnet haben. Genau das ist das Ziel von Lukas Niederberger. Er hofft, dass die neue Hymne in drei bis fünf Jahren so populär ist, dass sie an jeder «Hundsverlochete» ertönt. Dann wäre für ihn der Zeitpunkt gekommen, das neue Werk dem Bundesrat als Ersatz für den alten Schweizer Psalm vorzuschlagen. Die Landesregierung sieht indes keine Notwendigkeit, die «Morgenrot»-Version zu entsorgen. Sie hat in Aussicht gestellt, eine allfällige neue Hymne dem Parlament zu unterbreiten.

Die diesjährige 1.-August-Feier auf dem Rütli organisiert die SGG zusammen mit dem Schweizerischen Roten Kreuz, das sein 150-Jahr-Jubiläum feiert. Die Rede wird Carla Del Ponte halten. Die 69-jährige Tessinerin wirkte früher als Bundesanwältin, Botschafterin und Chefanklägerin am internationalen Strafgerichtshof in Den Haag für die Kriegsverbrechen in Ruanda und dem ehemaligen Jugoslawien.

Hinweis

Die Bevölkerung kann sich bis am 24. Juli online für die Bundesfeier anmelden unter sgg-ssup.ch/de/Programm

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