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ETH-Professor zu Handy-Strahlung: «Ich verstehe diesen Mais um 5G nicht»

Mit 5G lassen sich mehr Daten auf einmal senden. Bis Ende Jahr will der Marktführer Swisscom 90 Prozent der Schweizer Bevölkerung mit der neuen Technologie versorgen. Aber: gefährdet der neue Mobilfunk-Standard die Gesundheit?
Silja Hänggi, Simone Morger

Neue Möglichkeiten, neue Arten zu Kommunizieren und das in besserer Qualität. Laut ETH-Professor Jürg Leuthold verspricht die neue Mobilfunktechnologie 5G so einiges. Das sehen auch die Schweizer Mobilfunkanbieter so. Marktführer Swisscom will bis Ende Jahr 90 Prozent der Schweizer Bevölkerung damit versorgen.

5G weckt aber auch Ängste. Es geht darum, was die Handystrahlen mit unserem Körper machen. In vielen Landesteilen und auch in Bundesbern sind Skeptiker und Gegner laut geworden.

Einer dieser Gegner ist Elektrosmog-Bekämpfer Josef Peter. Er war zusammen mit ETH-Professor Jürg Leuthold zu Gast in der Sendung «TalkTäglich» auf Tele Züri. Seine Forderung: «Man muss diese Technologie menschenkonform machen.» Sprich: die Strahlen minimieren.

«Gestörte Zellkommunikation»

Zudem sei nicht klar, wie sich diese langfristig auf den menschlichen Organismus auswirken würden. «Ich kann nicht sagen, wie, aber ich weiss, dass die Zellkommunikation gestört ist.»

Man befinde sich in einem «Versuchsstadium». Peter spricht von unerklärlichen Hautproblemen, Schlafproblemen und undefinierten Gesundheitsproblemen. Diese hätten mit der Handystrahlung, aber etwa auch mit der Strahlung von WLAN-Netzen zu tun. «Das Zusammenspiel der Strahlung ist meiner Erfahrung nach das Problem, nicht die einzelne Strahlung.»

Wissenschaftler Jürg Leuthold hat wenig Verständnis für diese Angst: «Ich verstehe diesen Meis ums 5G nicht ganz.» Je höher die Strahlung, desto weniger würde diese ins Gewebe eindringen. Zudem sei es mit der neuen Technologie möglich, die Strahlung zu lenken und je nach Distanz oder Gebrauch auch zu dosieren. «Wäre ich elektromagnetisch empfindlich, wäre ich begeistert über das, was kommt.»

«Heildende Wirkung»

Leuthold gibt zu, dass noch nicht jede Situation, in der sich die neuartige Handystrahlung auf den Menschen auswirkt, reproduzierbar sei.

Bis zu 1000 Studien hätte man an der ETH geprüft, deren Resultate teilweise weit auseinander gehen. «Es gibt sogar solche, die sagen, elektromagnetische Strahlung habe heilende Kräfte, andere sagen genau das Gegenteil.»

Einen Konsens gebe es allerdings über alle Studien hinweg: «Je mehr Probanden eingeschlossen worden sind, desto weniger Effekte wurden sichtbar.» Für ihn den Wissenschaftler ist klar: Die Angst vor dem Unbekannten sei das einzig Gefährliche an 5G.

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