Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

80 Jahre Zweiter Weltkrieg: Der Schweizer Soldat von damals

Vor 80 Jahren brach der Zweite Weltkrieg aus. Hunderttausende junge Männer wurden eingezogen. Wie sie ausgerüstet waren und wie es mit den militärischen Stärkenverhältnissen aussah, erklären unsere Grafiken.
Christoph Bopp

Der Schweizer Soldat und seine Ausrüstung

(Grafik: Lea Siegwart)

(Grafik: Lea Siegwart)

Stahlhelm

Im Ersten Weltkrieg eingeführt, auch «Kopfwehgamelle »genannt.


Mütze

Auch «Schiffli »genannt, konnte durch Herunterklappen auch die Ohren bedecken. Später ersetzt durch die Mütze mit eingebautem Schirm («Mutz»). Die Mütze konnte als «Figgermutz »getragen werden: Hinten hoch, vorne tief, so trugen sie der eifrige Unteroffizier; oder «auf Durst»: Hinten tief und vorne hoch, so trug sie der eher arbeitsunwillige Soldat.


Erkennungsmarke

Um den Hals getragen, beschrieben mit Name, Geburtsdatum und AHV-Nummer, Blutgruppe und evtl. der Konfession. Bestand aus zwei Teilen, die identisch beschriftet waren mit einer Sollbruchstelle. Der Zweck war, bei einem gefallenen Kameraden die untere Hälfte abzubrechen, die Kette mit der oberen Hälfte liess man zwecks späterer Identifizierung am Körper dran. Auch «Grabstein» oder «Hundemarke» genannt. Früher trugen sie jüngere Angehörige der Armee auch in dienstfreien Zeiten oder während der Ferien.


Hemd

Irgendetwas musste man unter der tannigen Uniform tragen, weil es sonst zu sehr juckte. Bis zur Einführung des Gnägiliiblis in den 1970er Jahren wurden zivile Kleidungsstücke unter der Uniform getragen.


Socken

Zwecks Vermeidung von Blasen an den Füssen wichtig. Die deutsche Wehrmacht trug keine Socken in den Stiefeln, sondern Fusslappen.


Der Karabiner 31

Repetiergewehr von Kaliber 7,5 mm. Das Magazin fasst sechs Schuss und konnte mit einem Patronenclip (einem sogenannten Lader) à 6 Schuss oder mit Einzelpatronen geladen werden. Munition war die GP11. Der Karabiner 31 wurde ab 1993 bis 1958 als persönliche Waffe an die Soldaten abgegeben. Die Eidgenössische Waffenfabrik Bern produzierte über eine halbe Million Stück. Weil es sehr präzis gefertigt wurde, schiesst es ziemlich genau und ist deshalb ist heute in Schützenkreisen immer noch beliebt und in Gebrauch.


Kaput

Pièce de résistance war der riesige Mantel, den man mindestens zu dritt zusammenrollen musste, damit er in die Packung passte.


Munitionstasche K31

Doppeltasche am Gurt getragen, für je vier «Lader», total also 48 Schuss. Aus bestem Leder gefertigt erfreut sich dieses Teil heute noch grosser Beliebtheit.


Uniform

Im Ersten Weltkrieg wurden die farbigen Uniformen auf feldgrau (also eher grün) umgestellt. Sie wurden aus recht grobem Wollstoff geschneidert (das waren die tannigi Hose, von denen das bekannte Volkslied sprach) und juckten manchmal entsetzlich. Ab 1972 gab es dann die grossen Ausgangshosen «aus besserem Stoff».


Schuhe

Sogenannte Ordonnanz-Schuhe, genagelt. Sie wurden mit Schuhfett eingeschmiert. Die Aktivdienstgeneration dürfte noch besser mit den Gehwerkzeugen zugange gekommen sein als die Turnschuhgenerationen.


Was der Soldat sonst noch dabei hatte

Im Tornister trug der Soldat seine persönliche Habe mit sich: Zahnbürste, Rasierzeug, Seife; Ersatzwäsche und Ersatzsocken. Und was man sonst noch so braucht. Man unterschied zwischen «Vollpackung» (in der Regel bei Einrücken und Entlassung) und «Gefechtspackung». Mitbringen musste der Soldat neben Wäsche und Toiletteneffekten seine Ersatzschuhe. Angeschnallt wurden z.B. die Gamelle (Ess-/Kochgeschirr), die zusammengerollte Wolldecke (Biwakdecke), die Zeltplane mit Stange, nach Bedarf der Klappspaten («Schanzbigger») und der Brot- oder Kampfsack mit Feldflasche und Verpflegung. Das Gewicht der Vollpackung wurde (etwas optimistisch?) mit 15 Kilogramm angegeben, das der Gefechtspackung (Zelt plus Brotsack inkl.) mit 6 Kilogramm.

Separat getragen wurde die Gasmaske. Den Filter trug man in einer speziellen Tasche, die mit einem Schlauch mit der Maske verbunden war. Das ganze Gerät wurde deshalb «Gasrüssel »genannt. Im Zweiten Weltkrieg wurde (in Europa) praktisch kein Kamfpgas eingesetzt, Schweizer Soldaten musten den «Gasrüssel »aber beim Schiessen im Bunker tragen.

Ebenfalls zur Ausrüstung gehörte das Bajonett, das am Gürtel seitlich getragen wurde. Aufgepflanzt auf dem Gewehr diente es als Stichwaffe («blanke Waffe»).

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.