840 Wald- und Torfbrände in Russland

Der giftige Qualm in Moskau wird immer dichter, und die Waldbrände in Russland breiten sich trotz internationaler Hilfe weiter aus. Allein in den vergangenen 24 Stunden brachen nach Angaben des Zivilschutzministeriums mehr als 300 neue Brände aus.

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Vater mit Kind in Moskau

Vater mit Kind in Moskau

Keystone

Die meisten seien rasch gelöscht worden, teilte die Behörde am Samstag nach Angaben der Agentur Interfax mit. Dennoch loderten landesweit weiterhin etwa 840 Wald- und Torfbrände.

In Moskau sank die Sichtweite wegen des Rauchs der Torfbrände in der Umgebung stellenweise auf unter 50 Meter. Die Schadstoffbelastung der Luft stieg auf weit mehr als das Sechsfache des normalen Wertes.

Die Feuer sollten nun rund um die Uhr bekämpft werden, sagte Vize-Zivilschutzminister Alexander Tschuprijan. Bislang seien die Brände nachts lediglich kontrolliert worden.

Nach offiziellen russischen Angaben sind unter anderem Rettungskräfte aus Italien, Polen und Bulgarien im Einsatz gegen die Feuerwalze. Deutschland kündigte an, 100'000 Atemschutzmasken sowie Schläuche, Pumpen, Motoraggregate nach Moskau zu schicken.

Bislang starben nach offiziellen Angaben 52 Menschen infolge der Wald- und Torfbrände. Hunderte Verletzte liegen in Spitälern, Tausende wurden obdachlos, andere sind auf der Flucht vor den Flammen.

Russische Hilfsorganisationen schätzen, dass die Zahl der Toten weit höher liegt. Präsident Dmitri Medwedew spendete aus eigener Tasche knapp 9000 Euro für die Brandopfer. Hohe Beamte sollten sich daran ein Beispiel nehmen, sagte Medwedews Sprecherin Natalia Timakowa.

Warnung vor Gesundheitsproblemen

Ärzte in Moskau warnten vor erheblichen gesundheitlichen Problemen. Hunderte Menschen liessen sich wegen Beschwerden in Kliniken behandeln. Der Rauch drang auch in die bis zu 85 Meter tiefen Schächte der weltberühmten Metro.

Einfache Atemschutzmasken seien keine Hilfe, warnte der Moskauer Experte Leonid Lasebnik. Die Bevölkerung wurde daher aufgerufen, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben oder die Stadt zu verlassen.