Absage an Zwängerei

Kommentar von Richard Clavadetscher zum Nein der Bündner zu den Olymischen Winterspielen im eigenen Kanton.

Richard Clavadetscher
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Um es in der Sprache des Sports zu sagen: Wer einen Entscheid nicht akzeptieren kannund schon nach kurzer Zeit einen neuen anstrebt, macht sich eines Fouls schuldig. Die Gegner von Olympischen Winterspielen in Graubünden waren klug genug, darauf hinzuweisen, nachdem sich die Stimmbürger bereits 2013 gegen solche Spiele ausgesprochen hatten: «Pure Zwängerei!»

Dann die Propagandawalze: Wirtschaftskreise, die Regierung, ein Grossteil des Kantonsparlaments, sie alle drängten die Stimmbürger zu einem Ja. Wie es scheint, kann es auch zu viel des Guten sein. Das überaus deutliche Nein weist jedenfalls in diese Richtung.

Für Bündner Olympia-Enthusiasten bleibt ein Trost: Das Westschweizer Projekt sieht Wettkämpfe im ganzen Alpenbogen vor – auch in St. Moritz. Ein bisschen Bündner Olympia gäbe es also doch noch – vorausgesetzt, Swiss Olympic interpretiert den klaren Entscheid von gestern nicht als Hinweis für eine generelle Unlust der Schweizer Bevölkerung auf Olympische Spiele.