ABSTIMMUNG: Migrationschef warnt vor «erheblichen Kosten»

Mehr Bürokratie, mehr Kosten, mehr Personal – das wären laut BFM-Chef Mario Gattiker die Folgen der SVP-Initiative.

Red.
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Wie soll die Zuwanderung künftig verlaufen? Am 9. Februar werden mit der Abstimmung über die Masseneinwanderungsinitiative möglicherweise die Weichen neu gestellt. (Bild: AP/Anja Niedringshaus)

Wie soll die Zuwanderung künftig verlaufen? Am 9. Februar werden mit der Abstimmung über die Masseneinwanderungsinitiative möglicherweise die Weichen neu gestellt. (Bild: AP/Anja Niedringshaus)

Einheimische Arbeitskräfte sollen gegenüber ausländischen Neuzuzügern bevorteilt werden, fordert die Initiative gegen die Masseneinwanderung. Für das Bundesamt für Migration (BFM) würde das mehr Arbeit bedeuten, sagt Direktor Mario Gattiker. Denn die Zulassungsbehörden müssten den Inländervorrang in jedem Einzelfall prüfen. «Dies dürfte ein Vielfaches an Personal gegenüber dem heutigen System bedeuten», so Gattiker im Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag».

Rechne man den Aufwand, den das BFM heute mit Zuwanderern aus Drittstaaten – für die der Inländervorrang bereits gilt – hat, auf die gesamte Zuwanderung um, müssten «mindestens zehnmal mehr Dossiers geprüft werden», wie er sagt. Das BFM bräuchte bis zu 125 zusätzliche Stellen. Auch für kantonale Behörden und Unternehmen würde der Aufwand steigen. «Die Kosten werden erheblich steigen», warnt Gattiker.

Dublin-Abkommen in Gefahr

Bei einem Ja zur SVP-Initiative würde auch die Asylpolitik umgekrempelt. Laut Gattiker besteht die Gefahr, dass bei einer Kündigung des Freizügigkeitsabkommens mit der EU auch das Schengen/Dublin-Abkommen fällt. «Dann würde die Schweiz wieder zu einer Asylinsel in Europa», so Gattiker.