Abt Martin mischt sich in politische Debatte ein

Die katholische Kirche macht keine Parteipolitik, Partei ergreift sie aber sehr wohl. Die Bischofskonferenz widmet einen Hirtenbrief zum 1. August den nationalen Wahlen vom Herbst. Darin macht sie klar, auf welcher Seite sie steht.

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Abt Martin Werlen im klostereignen Holzhof. (Bild: Archiv Keystone)

Abt Martin Werlen im klostereignen Holzhof. (Bild: Archiv Keystone)

Die katholische Kirche setze sich für jene ein, die keine Stimme hätten, namentlich für das ungeborene Leben, für Behinderte und Ausländer, heisst es in dem Brief. Sie engagiere sich auch für die Familie und für den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen.

Rechenschaft darüber lege sie nicht den Wählern ab, sondern dem Evangelium, heisst es in dem Hirtenbrief. Die Bischöfe verlangen aber, den Mensch in Zentrum der politischen Debatte zu stellen. Wirtschaftswachstum allein genügen nicht.

Der Hirtenbrief wird normalerweise zum eidgenössischen Buss- und Bettag im September veröffentlicht. Erstmals erscheine er nun zum Nationalfeiertag im Hinblick auf die Wahlen vom Oktober, sagte Laure- Christine Grandjean, Sprecherin der Bischofskonferenz, der Nachrichtenagentur sda.

Die kirchlichen Würdenträger sind damit auch gleich im digitalen Zeitalter angekommen. Auf der Website der Bischofskonferenz werden mit dem Hirtenbrief Videos in drei Landessprachen veröffentlicht. Martin Werlen, Abt von Einsiedeln, erklärt darin vor der Kulisse von Bundeshaus und Nationalbank die grossen Linien des Hirtenbriefs.

sda