Abstimmung

Aebischer gegen Reimann: Zwei Ex-Journis streiten über RTVG

Sie haben einiges gemeinsam: Matthias Aebischer (SP/BE) und Maximilian Reimann (SVP/AG) arbeiteten einst beim SRF und sitzen jetzt im Parlament. Was die bevorstehende Abstimmung anbelangt, sind sie allerdings überhaupt nicht gleicher Meinung.

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«Ich will der SRG einen Schuss vor den Bug geben», sagt Maximilian Reimann.

«Ich richte mich nicht gegen meinen ehemaligen Arbeitgeber», sagt Matthias Aebischer.

«Die SRG ist viel, viel zu gross»

Reimann, der Aargauer SVPler, ist «kein grundsätzlicher Gegner der SRG», wie er sagt. «Aber die SRG ist heute viel, viel zu gross. Das ist nicht gut für unser Land.» Deshalb werde er am 14. Juni ein Nein zur Revision des Radio- und Fernsehgesetzes, kurz RTVG, in die Urne legen.

Ganz anders der Berner SP-Mann und ehemalige «Tagesschau»-Reporter Aebischer: «Ich bin ganz klar für das neue RTV-Gesetz, weil es ein modernes Gesetz ist, das den heutigen technischen Gegebenheiten entspricht.»

«Ich diskutiere das nicht in der Öffentlichkeit»

Insgesamt sechs aktuelle Nationalräte haben früher bei der SRG gearbeitet. Aebischer stört sich daran, dass sich nun viele davon gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber wenden.

«Es gibt Dinge, die man ändern muss beim SRF», gibt er zu, «aber das diskutiere ich auf der sachlichen Ebene mit den entsprechenden Leuten und nicht in der Öffentlichkeit.»

Reimann dagegen, von 1972 bis 1987 nebenberuflich als Mitarbeiter in der Sportredaktion des Schweizer Fernsehens tätig, nimmt kein Blatt vor den Mund: «Ich bin schon lange einer, der danach schreit, dass endlich dieser dehnbare Begriff ‹Service Public› definiert wird.» Unterhaltungsformate wie «Glanz & Gloria» gehören für ihn da ganz klar nicht dazu. (smo)