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Aufgepasst in der Adventszeit: Jetzt sind wieder «falsche» Sammler unterwegs

Gerade jetzt prasseln sie auf uns ein: Spendenaufrufe diverser Organisationen. Die Luzerner Polizei registriert jährlich rund 150 Anzeigen wegen unerlaubter Sammlungen. Der Experte sagt, wie man die Betrüger erkennt.
Yasmin Kunz
Nicht alle, die uns um Geld bitten, haben ehrliche Absichten. (Symbolbild: Salvatore Di Nolfi / Keystone)

Nicht alle, die uns um Geld bitten, haben ehrliche Absichten. (Symbolbild: Salvatore Di Nolfi / Keystone)

In der Adventszeit zeigen sich Menschen besonders grosszügig. Dies wissen auch diverse Organisationen, die auf Spenden angewiesen sind: Es flattern Spendenbriefe ins Haus, oder man wird an öffentlichen Plätzen zum Spenden angehalten. Das ist grundsätzlich auch nicht zu verurteilen, zumal es sich in der Regel um sinnstiftende Organisation handelt, die in der Bevölkerung eine gute Reputation geniessen. Viele Leute sind darum gerne bereit, sich als spendende Mitglieder registrieren zu lassen. Gut so!

150 Anzeigen wegen unerlaubter Sammlungen pro Jahr

Trotzdem ist aber Vorsicht geboten. Denn ab und zu sind auch Trittbrettfahrer unterwegs. Also Personen, die angeben, für einen Verein oder eine Organisation Spenden zu sammeln, obwohl das nicht stimmt.

Erwin Gräni ist Chef Prävention bei der Luzerner Polizei. Ihm ist dieses Phänomen bekannt. «Grundsätzlich hat die Polizei das ganze Jahr über mit Personen zu tun, die ohne Bewilligung Geld sammeln. Die Luzerner Polizei rät aber speziell in der Vorweihnachtszeit zur Vorsicht vor unerlaubten Sammlungen und falschen Bettlern», sagt Gräni.

Beim unerlaubten Sammeln registriere die Polizei verschiedene Maschen. «Angebliche Spendensammler gehen von Tür zu Tür, sprechen Personen in Fussgängerzonen oder auf Parkplätzen an. Vielfach geben sie sich als taubstumm aus und tragen Zettel mit sich, auf denen sie ihre Notsituation schildern.» Es würde immer darum gehen, Mitleid zu erwecken, erklärt Erwin Gräni. Er rät, in solchen Fällen auf eine Spende zu verzichten, da das Geld meist in die eigene Tasche fliesse. Die Luzerner Polizei registriert jährlich durchschnittlich rund 150 Anzeigen wegen unerlaubter Sammlungen.

Tierschutz: Weder Hausbesuche noch Telefonanrufe

«Nur sehr selten» von diesem Problem betroffen ist das Schweizerische Rote Kreuz (SRK). Grund: Die (echten) Mitarbeiter, die für die Kantonalverbände des SRK unterwegs sind, sammeln kein Bargeld. Sie fragen nach Unterstützung in Form einer Mitgliedschaft. Zeilinger: «Die Erfahrung zeigt, dass die Menschen beim Sammeln von Bargeld richtigerweise generell skeptisch sind, ob das alles auch stimmt, was gesagt wird.» Wenn dennoch jemand einen falschen Sammler meldet, «verständigen wir die Polizei», so Zeilinger. Der Kantonalverband Luzern führt in der Weihnachtszeit keine Mitgliederaktion durch. Auch gehen gemäss Zeilinger im Dezember keine allgemeinen Mailings raus.

Der Schweizer Tierschutz (STS) wiederum weist darauf hin, dass er generell keine Spendenaktionen auf den Strassen, keine Hausbesuche und keine Telefonanrufe für Spenden durchführt. Dagegen verschickt er viermal jährlich Mailings via Post, worin auch die verschiedenen Projekte vorgestellt werden. Sprecherin Helen Sandmeier sagt: «Sollte Ihnen in den vorweihnachtlichen Strassen jemand begegnen, der sagt, er sammle Spenden im Auftrag des Schweizer Tierschutz STS ist das falsch.»

Nur Organisationen spenden, die man kennt

Doch wie kann Herr und Frau Schweizer vertrauenswürdige von vertrauensunwürdigen Organisationen unterscheiden? Erwin Gräni von der Luzerner Polizei sagt dazu:

«Seriöse Spendensammler fordern keine Bargeldspende vor Ort, sondern geben einen Einzahlungsschein und Informationsmaterial mit.»

Ausserdem würden echte Hilfsorganisationen nicht Betroffene zum Sammeln schicken. Ferner empfiehlt er, nur Organisationen zu spenden, die man kennt und sich die Sammelbewilligung vorweisen zu lassen.

Eine andere Möglichkeit ist, sich an die Empfehlungen der Zewo zu halten. Die Schweizer Stiftung mit Sitz in Zürich vergibt an geprüfte und vertrauenswürdige, Spenden sammelnde Organisationen das Zewo-Gütesiegel. Online hat die Stiftung eine Liste zusammengestellt mit Organisationen die in vergangener Zeit negativ aufgefallen, nicht mit den Gütesiegel ausgezeichnet oder intransparent sind. Ausserdem wird auf der Homepage publiziert, wenn falsche Spendenschreiben im Umlauf sind. So etwa eines der L’Association Suisse des Donneurs de Sang: Die Organisation gibt aktuell vor, im Namen von Blutspende SRK Firmen um finanzielle Unterstützung zu ersuchen. Das stimmt aber nicht. Denn weder von Blutspende SRK Schweiz noch von der Interregionalen Blutspende SRK wird diese Kampagne anerkannt und unterstützt. Es wird daher empfohlen, diese Anfragen zu ignorieren. Rechtliche Abklärungen seien im Gange, heisst es weiter.

LZ Weihnachtsaktion: «Sehr tiefe Administrationskosten»

Das Zewo-Gütesiegel gilt in der Branche als sicheres Indiz, dass die Spendengelder nicht in falsche Hände fliessen. Dennoch verzichten mehrere renommierte und seriöse Organisationen darauf. So auch die LZ Weihnachtsaktion der Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben: Bettina Schibli, Stiftungsratspräsidentin der LZ Weihnachtsaktion: «Die Zewo ist eine gute Sache, die Zertifizierung ist aber für unsere Weihnachtsaktion nicht notwendig und darum setzen wir die Beiträge, die wir der Zewo bezahlen müssten, lieber für unsere Aktion ein.»

Man unterstehe der Zentralschweizer BVG- und Stiftungsaufsicht und habe die Möglichkeit, in der Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben über den Spendeneinsatz zu berichten und somit die Seriosität in der Öffentlichkeit unter Beweis zu stellen. «Zudem liegen unsere Administrationskosten weit unter dem von der Zewo zugelassenen Limit», so Schibli. Ähnlich sieht es der Schweizer Tierschutz. Helen Sandmeier sagt: «Die Bedingungen, um Zewo-zertifiziert zu sein, sind nicht auf Verbände mit unabhängigen Vereinen als Sektionen ausgerichtet und können deshalb vom STS gar nicht erfüllt werden.» Dies sei zwar bedauerlich. Aber der STS könne auch ohne Gütesiegel auf treue Gönner zählen.«Und das allein ist wichtig.»

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