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Die Schweizer Armee produziert weniger schmutzige Wäsche – Stiftung Brändi verliert Aufträge

Tonnenweise Textilien der Schweizer Armee werden jährlich in der Grosswäscherei in Sursee gereinigt. Weil der Wäscheberg nach und nach schrumpft, verlieren soziale Institutionen wie das Brändi Aufträge.
Yasmin Kunz
Das Textilcenter in Sursee erhält weniger Wäsche von der Armee. Nun verlieren soziale Institutionen einen massgeblichen Teil der Aufträge. Im Bild: Urs Mathis, Chef des Textilcenters im Zeughaus Sursee. Bild: Philipp Schmidli (Sursee, 15. Mai 2008).

Das Textilcenter in Sursee erhält weniger Wäsche von der Armee. Nun verlieren soziale Institutionen einen massgeblichen Teil der Aufträge. Im Bild: Urs Mathis, Chef des Textilcenters im Zeughaus Sursee. Bild: Philipp Schmidli (Sursee, 15. Mai 2008).

9 Tonnen pro Tag, 2000 Tonnen pro Jahr. So viel Wäsche der Schweizer Armee wurde in der Grosswäscherei in Sursee vor rund drei Jahren noch gewaschen. Jetzt ist der Wäscheberg deutlich geschrumpft. Wie viele Tonnen Zeltplachen, Bettwäsche, Handtücher oder Schutzwesten in Sursee aktuell gereinigt, getrocknet, gebügelt und geflickt werden, kann nicht gesagt werden.

Fakt ist: Das Textilzentrum hat in den letzten Jahren rund 140'000 Stunden Eigenleistungen im Textilbereich erbracht und rund 15'000 Stunden extern vergeben. Nun ist der Gesamtaufwand um rund 20 Prozent zurückgegangen. Dieser Rückgang wird intern aufgefangen, dafür können extern nicht mehr die gleichen Arbeitsvolumen vergeben werden. Das teilte das Eidgenössische Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) gestern mit.

2000 Tonnen weniger Armee-Textilien für die Wäscherei

Ein Stellenabbau ist laut VBS nicht vorgesehen. Davon betroffen sind die Standorte Sursee, Thun sowie die Aussenstelle Payerne im Kanton Waadt. Vor wenigen Jahren wurde an diesen Standorten insgesamt 5000 Tonnen Wäsche gewaschen, heuer sind es noch 3000 Tonnen.

Für die Reduktion der Wäsche gibt es gleich mehrere Gründe. So wurden etwa automatisierte Abläufe eingeführt, wie Armeesprecher Daniel Reist sagt. «Dadurch hat sich der Aufwand und Unterhalt der Textilien deutlich reduziert.» Ferner wechselte die Armee auf das Zweistartmodell. Heisst: Alles Material der Armee muss nur noch zweimal statt wie bisher dreimal im Jahr gewaschen, geflickt und instand gestellt werden. Ausserdem gibt es eine neue Zuteilung der persönlichen Ausrüstung, die selber gepflegt werden muss. Diese umfasst beispielsweise Schlafsäcke, Kampfrucksäcke und Gamellen.

5000 Stunden weniger für soziale Institutionen

Einfache Reparaturarbeiten von Textilien wurden bis dato mehrheitlich an soziale Institutionen vergeben. Im Kanton Luzern waren die Stiftung Brändi (Sursee und Horw) und die Strafanstalt Wauwilermoos in Egolzwil für diese Arbeiten zuständig.

Reist sagt, dass die Arbeitsstunden der sozialen Institutionen von 15'000 auf rund 10'000 reduziert werden müssen. Die entsprechenden Institutionen – total sind es gut 20 – wurden bereits darüber in Kenntnis gesetzt, wie das Departement mitteilt. In Schattdorf verlieren die Behindertenbetriebe Uri Aufträge.

Sursee: Vorreiterrolle bezüglich Ökologie

Das Textilcenter in Sursee wurde im Jahr 1933 in Betrieb genommen und in den Jahren 2006/07 für rund drei Millionen Franken umgebaut. Der grösste Teil floss in die Infrastruktur, die sanitären Anlagen und den Einbau ökologischer Systeme. Damals arbeiteten in Sursee 70 Personen. Gerade bezüglich Ökologie punktet Sursee: Pro Kilogramm Trockenwäsche werde nur 31 Gramm Pulver und 25 Liter Wasser verbraucht. Sursee war zugleich auch Ausbildungsplatz für Textilpfleger. Im Textilcenter befindet sich nicht nur eine Wäscherei, sondern auch eine Schneiderei und eine Sattlerei.

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