Atomenergie

AKW Beznau: Reaktor geht erst Ende April wieder ans Netz

Eigentlich sollte der erste Reaktorblock des Atomkraftwerks Beznau schon Ende März wieder ans Netz gehen. Nun verschiebt sich dieser Termin um einen Monat, weil die Atomaufsichtsbehörde länger Zeit braucht, um die Sicherheit des Reaktordruckbehälters zu prüfen.

Fabian Hägler
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SCHWEIZ KRAFTWERK BEZNAU

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KEYSTONE

Beznau I steht seit März 2015 still. Grund sind 925 Materialfehler, die im Stahl des Reaktordruckbehälters entdeckt wurden. Im November reichte die Axpo der Atomaufsichtsbehörde Ensi den Sicherheitsnachweis für Beznau 1 ein. Zuletzt rechnete der Energiekonzern damit, dass der Block 1 per Ende März wieder ans Netz gehen könnte.

Doch daraus wird nun nichts: auf der Website der Europäischen Strombörse ist ersichtlich, dass der Reaktor erst einen Monat später wieder hochgefahren werden soll. „Ich kann bestätigen, dass die Axpo der Strombörse den 30. April 2017 als neuen Termin für die Wiederinbetriebnahme von Beznau 1 gemeldet hat", sagt Axpo-Sprecher Antonio Sommavilla auf Anfrage.

Die Atomaufsichtsbehörde Ensi habe dem AKW-Betreiber mitgeteilt, dass die Prüfung der Unterlagen zum Sicherheitsnachweis für den Reaktordruckbehälter mehr Zeit in Anspruch nehme. "In einem solchen Fall sind wir verpflichtet, der Strombörse umgehend den neuen Termin für die Wiederinbetriebnahme zu melden", erklärt Sommavilla. Das Datum Ende April sei ein sogenannter „best estimate“, also eine bestmögliche Abschätzung der Axpo, wann der Reaktor nach Freigabe seitens der Aufsichtsbehörde wieder ans Netz gehen könnte.

Anton Treier, Mediensprecher der Atomaufsichtsbehörde, sagt dazu: "Das Ensi beschäftigt sich weiterhin mit der sicherheitstechnischen Prüfung der Unterlagen von Block 1 des KKW Beznau." Dazu nehme sich die Behörde die Zeit, die notwendig sei. Ob der Reaktor tatsächlich Ende April wieder ans Netz gehen kann, steht laut Treier nicht fest: "Die Zeitdauer ist derzeit noch ungewiss."

Sommavilla betont: "Wenn das Ensi früher grünes Licht für die Wiederinbetriebnahme geben sollte, könnte sich dieser Termin auch nach vorne verschieben." Die Axpo sei nach wie vor der Überzeugung, dass der eingereichte Sicherheitsnachweis mit seinen umfangreichen Tests eine valable Grundlage biete, damit das Ensi den Betrieb des Reaktors genehmigt. "Aus unserer Sicht gibt es keine sicherheitstechnischen Vorbehalte, die dagegen sprechen“, hält Sommavilla fest.