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Alexander Studhalter: «Das Urteil ist ein Zu-Null-Sieg für mich»

Der Rechtsstreit des Luzerner Investors Alexander Studhalter in Frankreich ist zu Ende. Der Freispruch von Ende Juni ist inzwischen rechtskräftig. Nun prüft Studhalter Entschädigungsforderungen.
Interview: Balz Bruppacher
Der Luzerner Investor Alexander Studhalter am Freitag, 16. März 2018 in seinem Büro in Luzern. (Bild: Philipp Schmidli)

Der Luzerner Investor Alexander Studhalter am Freitag, 16. März 2018 in seinem Büro in Luzern. (Bild: Philipp Schmidli)

Während mehr als drei Jahren hat die französische Staatsanwaltschaft versucht, Alexander Studhalter der Beihilfe zur Steuerhinterziehung und zur Geldwäscherei zu überführen. Es ging um vier Villen, die der Luzerner auf dem «wohl schönsten Flecken der Erde» – so seine Worte – in Cap d’Antibes an der Côte d’Azur erworben hatte. Respektive um den Vorwurf der französischen Justiz, er habe beim Kauf der Liegenschaften als Strohmann für den russischen Oligarchen Suleiman Kerimow gehandelt und im Falle der 2010 erworbenen Villa «Hier» 92 Millionen Franken am Fiskus vorbeigeschmuggelt.

Die Auseinandersetzung eskalierte, als die Staatsanwaltschaft von Nizza Studhalter nach einer Einvernahme am vergangenen 12. Januar überraschend festnahm und während 50 Tagen in Untersuchungshaft hielt. Am 28. Juni folgte die Wende: Das Berufungsgericht in Aix-en-Provence entlastete Studhalter von sämtlichen Vorwürfen. Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen darauf verzichtet, dieses Urteil anzufechten, wie der knapp 50-Jährige im Interview bekanntgibt.

Alexander Studhalter, handelt es sich beim Urteil des Berufungsgerichts in Aix-en-Provence um einen abschliessenden Entscheid? Wenn nicht, rechnen Sie mit einem Weiterzug der Staatsanwaltschaft?

Der Entscheid wurde nicht weitergezogen und ist somit rechtskräftig.

Wie hat das Gericht sein Urteil begründet? Welche Punkte sind Ihnen besonders wichtig?

Das Urteil ist ein Zu-Null-Sieg für mich. Die Vorwürfe wurden aufgehoben, weil die Faktenlage eindeutig für mich spricht und die Transaktionen nachvollziehbar sind. Es bestätigte sich also, was ich stets gesagt habe: Ich bin unschuldig und wurde ein Opfer willkürlicher Aktionen der französischen Justiz.

«Es bestätigte sich also, was ich stets gesagt habe: Ich bin unschuldig und wurde ein Opfer willkürlicher Aktionen der französischen Justiz.»

Hat das Gericht im gleichen Verfahren auch über die Anklage gegen Suleiman Kerimow entschieden?

Ja, das Gericht hat im gleichen Verfahren auch Herrn Kerimow von allen Anschuldigungen entlastet.

Sie sassen in Frankreich während 50 Tagen in Untersuchungshaft. Hat Ihnen das Gericht eine Entschädigung zugesprochen? Wenn nicht, machen Sie diesbezüglich nun Forderungen geltend? In welcher Höhe?

Die hinterlegte Kaution von 5 Millionen Euro wird vollständig zurückerstattet. Sämtliche Einschränkungen und Auflagen wurden aufgehoben. Hinsichtlich des mir zugefügten Reputationsschadens wie auch der finanziellen Einbussen prüfen wir rechtliche Schritte.

Können Sie über die Villen in Cap d’Antibes jetzt wieder frei verfügen?

Ich kann über die renovierten Villen nach meinen Wünschen verfügen.

Gibt es in dieser Angelegenheit noch eine Auseinandersetzung zwischen Ihnen und dem französischen Fiskus? Mussten Sie Nachforderungen begleichen?

Es liegen mir keine Forderun­-gen seitens der französischen Steuerbehörden vor. Meine Unternehmen durchliefen in den letzten Jahren bereits über zwanzig Steuerkontrollen, ohne dass jemals eine Nachzahlung fällig geworden wäre.

Welche geschäftlichen Nachteile haben Sie durch das Verfahren und die Untersuchungshaft erlitten?

Die Compliance-Abteilungen von Finanzinstituten waren alarmiert, was das Tagesgeschäft erschwerte. Die ungerechtfertigte öffentliche Vorverurteilung verstärkte diesen Effekt noch. Aber: Meine Geschäftspartner sind mir stets treu geblieben, und unsere bestehenden In­vestments entwickelten sich positiv.

«Das Klima in Frankreich ist schlecht für Unternehmer.»

Gilt das auch für Ihre Investition bei den Firmen des FC-Basel-Präsidenten Bernhard Burgener?

Ja, bestes Beispiel dafür ist die börsenkotierte Highlight Entertainment und Communications AG (HLEE), an der wir mittlerweile über 30 Prozent halten. Sie konnte wie geplant reorganisiert und gestärkt werden. Unternehmerisch gesehen waren wir in den letzten zwölf Monaten erfolgreich.

Welche Lehren ziehen Sie aus der Angelegenheit? Werden Sie weiterhin geschäftlich in Frankreich tätig sein?

Das Klima in Frankreich ist schlecht für Unternehmer. Ich beschäftige rund 60 Mitarbei­tende aus der Region, die Grös­se eines KMU, und wurde gleichwohl zur Zielscheibe für will­kürliche Vorwürfe. Das ist eines Rechts­staates unwürdig. In Frankreich geschäftlich aktiv zu sein, wird also immer riskanter – ich werde die Situation in den nächsten Monaten genau analysieren und dann entscheiden.

Das Interview wurde in schriftlicher Form geführt.

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