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ALTERSVORSORGE: Buhlen um die Gunst der Jungen

Die Jungparteien fahren im Abstimmungskampf zur Rentenreform teils mit eigenen Kampagnen auf. Sie werben insbesondere um die Stimmen der jüngeren Generation – für und gegen die Vorlage.
Maja Briner
Andri Silberschmidt, Präsident der Jungfreisinnigen, spricht von einer «Schicksalsabstimmung». (Bild: Anthony Anex/Keystone (Bern, 6. April 2017))

Andri Silberschmidt, Präsident der Jungfreisinnigen, spricht von einer «Schicksalsabstimmung». (Bild: Anthony Anex/Keystone (Bern, 6. April 2017))

Maja Briner

Bis sie pensioniert werden, dauert es noch Jahrzehnte. Dennoch weibeln Mitglieder der Jungparteien in den sozialen Medien derzeit aktiv für oder gegen die Rentenreform. Die Junge CVP stellt gar eine eigene Pro-Kampagne auf die Beine, die Junge FDP eine eigene dagegen. «Es wird eine der grössten Kampagnen der Jungfreisinnigen», sagt Präsident Andri Silberschmidt. Geplant seien ab August Aktionstage, Plakate und Videos. Die Jungfreisinnigen streben ein Budget von um die 30000 Franken an. «Wir sind noch am Sammeln», sagt Silberschmidt. Das Geld stamme von Verbänden und Mitgliedern.

Halb so gross ist das Budget der Jungen CVP für ihre Pro-Kampagne. Die Versicherung Axa Winterthur unterstützt diese mit 10000 Franken, die JCVP will zudem eigene Mittel von maximal 5000 Franken einschiessen, wie Präsident Tino Schneider sagt. Die JCVP will auf das Internet setzen, zudem seien viele Standaktionen geplant. «Wir wollen mit unserer Kampagne vor allem die jüngere Generation ansprechen und sie darauf hinweisen, dass diese Abstimmung für die Jungen ausserordentlich wichtig ist», sagt Schneider.

«Für viele Junge weit weg»

Die Rentenreform spaltet die jungen Bürgerlichen genauso wie ihre Mutterparteien: CVP, BDP und GLP sind dafür, FDP und SVP dagegen. Beide Lager versuchen, die Jungen zu mobilisieren. Doch ganz einfach dürfte das nicht sein. «Man merkt, dass für viele Junge das Thema Altersvorsorge noch weit weg ist», sagt Benjamin Fischer, Präsident der Jungen SVP. Dabei belaste die Reform gerade die Jungen «extrem stark», kritisiert er.

Mit dem Kostenargument wollen auch die Jungfreisinnigen im Abstimmungskampf punkten. «Wir werden aufzeigen, wie teuer die Reform die unter 45-Jährigen zu stehen kommt», sagt Silberschmidt. «Wir Jungen starten quasi mit 20000 Franken Schulden ins Arbeitsleben.» Er spricht von einer «Schicksalsabstimmung», und sagt: «Eine Reform, bei der man mehr Geld ausgibt, hat diesen Namen nicht verdient.» Die Erhöhung der AHV um 70 Franken für Neurentner sei nicht finanzierbar.

Anders sieht es die Junge CVP. «Keine Reform ist mit Abstand die teuerste Variante», sagt Tino Schneider. «Bis eine neue Reform aufgegleist ist, vergehen mehrere Jahre – und dann steht es um die AHV so schlecht, dass noch einschneidendere Massnahmen getroffen werden müssen», sagt er. «Das wäre katastrophal – gerade für die Jungen.»

Auch der Jungen CVP geht die Reform indes grundsätzlich zu wenig weit. Sie sei aber ein erster Schritt in die richtige Richtung, sagt Schneider. Danach brauche es schnellstmöglich eine erneute Reform. Die JCVP fordere schon lange eine Entpolitisierung der Altersvorsorge, etwa des Umwandlungssatzes.

Gegen die Mutterpartei

Speziell ist die Situation der Jungsozialisten: Sie stellen sich gegen die Mutterpartei und lehnen die Rentenreform wegen der Erhöhung des Frauenrentenalters und der Senkung des Umwandlungssatzes ab. «Es ist keine Frage von Generationengerechtigkeit, sondern von Arm gegen Reich», sagt Präsidentin Tamara Funiciello. «Es wird zu wenig Geld in die Altersvorsorge gesteckt, obwohl genügend vorhanden wäre.» Die Juso engagiert sich beim linken Nein-Komitee, eine eigene Kampagne macht sie nicht. «Wir werden im August eine eigene Initiative lancieren, deshalb sind unsere Ressourcen beschränkt», begründet Funiciello.

Die Junge SVP will sich ebenfalls im Rahmen der Nein-Kampagne engagieren, auf der Strasse und in den sozialen Medien. Eine eigene Kampagne macht sie nicht. «Das ist eine Frage der Prioritäten», sagt Präsident Fischer. «Es gibt noch andere Themen als die Rentenreform, die die Jungen unter den Nägeln brennen.»

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