Am Tag der Trauerfeier finden Canyoning-Touren statt

Die Route kostete vor 20 Jahren wegen fahrlässigem Management 21 Personen das Leben. Am Jahrestag will der neue Betreiber nicht auf Touren verzichten.

Pascal Ritter
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Gedenkstein für die 21 Opfer des Canyoning-Tragödie. (Keystone)

Gedenkstein für die 21 Opfer des Canyoning-Tragödie. (Keystone)

m Saxet-Bach finden mittlerweile wieder regelmässig Canyoning-Touren statt. So auch am Samstag, dem zwanzigsten Jahrestag der Tragödie, an dem Angehörige, zum Teil angereist aus Australien, vor Ort eine Trauerfeier durchführen.

Für die Tour, die um 12:30 Uhr startet, war am Donnerstag gemäss Website nur noch ein Platz frei. Bei den Veranstaltern von Outdoor Interlaken ist zu spüren, dass man nicht mit dem Unfall von damals in Verbindung gebracht werden will. Schliesslich habe man mit dem damaligen Betreiber Adventure World nichts zu tun. Medienanfragen werden an den Branchenverband verwiesen.

«In einer perfekten Welt würde ich es respektvoll finden, wenn an diesem Tag keine Canyoning-Touren stattfinden würden»
Die Überlebende Tiffany Johnson sieht die Sache differenziert. (Bild: Sandra Ardizzone)

Die Überlebende Tiffany Johnson sieht die Sache differenziert. (Bild: Sandra Ardizzone)

Die Überlebende Tiffany Johnson sieht die Sache differenziert. «In einer perfekten Welt würde ich es respektvoll finden, wenn an diesem Tag keine Canyoning-Touren stattfinden würden», sagt sie. Auf der anderen Seite verstehe sie auch die jungen Leute, die heute das gleiche Abenteuer suchten wie sie und die Verstorbenen vor all den Jahren.

«Solange es sicher ist und wir aus der Tragödie gelernt haben, kann ich nichts dagegen haben. Sie leben ihr Leben und tun, was sie für richtig halten», sagt Johnson.
Die australische Botschaft wollte den Canyoning-Betrieb während des Trauertages nicht kommentieren.