ANGRIFF: Nach Tod von IKRK-Mitarbeiter: Bundeskanzlerin ist beunruhigt

Der Tod des IKRK-Delegierten in Libyen erinnert die Bundeskanzlerin an ihre eigene Zeit beim Roten Kreuz. Auch für sie gab es heikle Momente.

Drucken
Teilen
Nach dem Tod eines IKRK-Mitarbeiters in Libyen hängt die Fahne am Hauptsitz in Genf auf Halbmast. (Bild: Keystone/Martial Trezzini)

Nach dem Tod eines IKRK-Mitarbeiters in Libyen hängt die Fahne am Hauptsitz in Genf auf Halbmast. (Bild: Keystone/Martial Trezzini)

bu. Bundeskanzlerin Corina Casanova zeigt sich nach dem Angriff auf einen IKRK-Mitarbeiter tief betroffen: «Dass IKRK-Mitarbeiter und andere internationale Helfer zum Ziel von Angriffen werden, ist sehr beunruhigend», sagt sie im Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag».

Casanova war früher selber als IKRK-Delegierte in Afrika und Mittelamerika im Einsatz. Unmittelbar in Lebensgefahr geriet sie nie, aber sie erlebte mehrere heikle und belastende Momente. «Wenn ich mich in heikle Gebiete begab, packte ich in den Rucksack jeweils zusätzliche Vorräte ein», sagt sie.

Fahrzeug war nicht gekennzeichnet

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat seine Aktivitäten in Libyen bis auf Weiteres eingestellt, nachdem am Mittwoch ein Schweizer IKRK-Mitarbeiter in Sirte im Auto erschossen worden ist. Der Angriff auf den IKRK-Delegierten und seine beiden Begleiter erfolgte, nachdem diese an einem Arbeitstreffen in Sirte teilgenommen hatten. Das Fahrzeug war aus Sicherheitsgründen für die Tätigkeit in Libyen nicht gekennzeichnet gewesen.