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ANKLÄGERIN: Sie hat den Mörder von Rupperswil gefasst

Staatsanwältin Barbara Loppacher leitete die Ermittlungen gegen den Vierfachmörder von Rupperswil – und ist nun eine zentrale Figur beim Prozess gegen ihn.
Barbara Loppacher an einer Pressekonferenz. (Bild: Key (Schafisheim))

Barbara Loppacher an einer Pressekonferenz. (Bild: Key (Schafisheim))

Die Kameras waren auf Barbara Loppacher gerichtet. Sie sass zwischen Männern in Polizeiuniformen, der Saal war voller Journalisten aus dem ganzen Land. An jenem Nachmittag im Mai 2016 verkündete die Leiterin der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau, dass der Vierfachmörder von Rupperswil, der nun vor Gericht steht, gefasst wurde. Fast fünf Monate nach seiner schrecklichen Tat. Loppacher tat das ruhig und sachlich. Gemäss einem Bericht des «Blicks» war die heute 43-jährige Juristin schon am Tag des Verbrechens im Dezember 2015 am Tatort und war damit von Anfang an involviert in die Ermittlungen zu einem der schlimmsten Gewaltverbrechen in der Schweizer Kriminalgeschichte.

Doch es gab auch Kritik an der Staatsanwaltschaft und ihren Methoden– etwa, weil die Ermittler die Handydaten von rund 30 000 Personen ausgewertet hatten. Strafrechtler bezweifelten später, dass dieses Vorgehen in diesem Fall zulässig war. Grundsätzlich gilt Loppacher als tüchtige und fokussierte Juristin. Sie übernahm die Leitung der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau im Jahr 2012. Sie ist damit Chefin der grössten der sechs regionalen Strafuntersuchungsbehörden im Kanton Aargau. Als Staatsanwältin arbeitet sie seit dem Jahr 2008, früher war sie Gerichtsschreiberin am Aargauer Obergericht. Zudem sass sie für die SP im Einwohnerrat von Wettingen. Schlagzeilen machte Loppacher vor einigen Jahren wegen ihres Führungsstils, die Medien sprachen gar von einer «Krise» in der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau. Externe Gutachter stellten Loppacher später grundsätzlich ein gutes Zeugnis aus, merkten jedoch auch an, sie habe Mängel bei der Sozialkompetenz.

Dieser Tage nun sitzt die leitende Staatsanwältin im Gerichtssaal im aargauischen Schafisheim, wo die Verhandlung gegen den Vierfachmörder Thomas N. stattfindet. Über 60 Journalisten aus dem In- und Ausland haben sich dafür angemeldet. Bald wird Loppacher dort ihr Plädoyer halten – wann genau, hängt vom Verlauf des Prozesses ab. Es ist wohl einer der wichtigsten Momente ihrer Karriere. Erst dann wird Loppacher bekanntgeben, welche Strafe sie fordert für Thomas N. Das Urteil wird dann voraussichtlich am Freitag verkündet. Der Fall, der Barbara Loppacher seit dem Dezember 2015 intensiv beschäftigt hat, wird damit ein vorläufiges Ende finden – und die Staatsanwältin wieder aus dem Scheinwerferlicht verschwinden.

Michel Burtscher

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