Dierikon LU

Anwohnerin der Toten: «Eine Katastrophe, die man hätte verhindern können»

Eine dramatische Entdeckung machte die Feuerwehr im 1500-Seelen-Dorf Dierikon nach dem Unwetter: Eine Frau und ihre kleine Tochter sind im Keller ihres Hauses ertrunken. Eine Anwohnerin kritisiert nun die Behörden.

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«Wir haben jedes Mal Angst, wenn es am Himmel dunkel wird», sagt B. Z. Die Frau wohnt im luzernischen Dierikon, das von den Untwettern in der Nacht auf Montag besonders hart getroffen wurde.

Und wo man beim Abpumpen eines Kellers die Leichen von Mutter (32) und Tochter (5) gefunden hat.

Wenn es heftig regne, stehe sie immer am Fenster und beobachte die Situation, sagt B. Z. Doch wenn der Bach komme, könne man nichts machen.

«Schon lange heisst es, man müsse den Bach machen»

Dass das jüngste Unwetter nun zwei Todesopfer gefordert hat, bewegt die Frau sichtlich. «Das ist eine Katastrophe, die man schon lange hätte verhindern können», sagt sie im Interview mit Keystone.

«Schon seit einigen Jahren heisst es, man müsse den Bach machen.» Doch einmal fehle das Geld, ein andermal stelle sich der Heimatschutz quer.

«Und der Kanton will nicht bezahlen. Da überlässt man die alteingesessenen Einwohner hier einfach ihrem Schicksal. Fertig, Schluss.»

Unwetter Dierikon
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In Dierikon überflutete der Dorfbach nach heftigen Regenfällen am Sonntagabend Garagen und riss ganze Strassenabschnitte weg
Ein Arbeiter steht am Montagmorge in Dierikon LU neben einer durch ein starkes Unwetter aufgebrochenen Strasse.
In Dierikon überflutete der Dorfbach nach heftigen Regenfällen Garagen und riss ganze Strassenabschnitte weg.

Unwetter Dierikon

Keystone

Vom Wasser überrascht

Die Frau und ihre kleine Tochter haben sich laut der Luzerner Polizei am Sonntagabend aus noch ungeklärten Gründen ins Untergeschoss begeben, nachdem der Ehemann dort Auto und Roller aus der Tiefgarage in Sicherheit gebracht hatte. Die beiden wurden vom schnell eindringenden Wasser überrascht.