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ARBEITSZEIT: Gewerbeverband fordert die 50-Stunden-Woche

Dem Schweizerischen Gewerbeverband (SGV) ist das heutige Arbeitsrecht teilweise zu starr. Er will die Arbeits- und Ruhezeiten lockern und die Höchstarbeitszeit von 45 auf 50 Stunden pro Woche erhöhen.
Jeden Tag zur selben Zeit Ein- und Ausstempeln ist nicht mehr zeitgemäss, findet die zuständige Nationalratskommission. Sie wünscht sich deshalb flexiblere Arbeitszeiten. (Symbolbild) (Bild: Keystone/GAETAN BALLY)

Jeden Tag zur selben Zeit Ein- und Ausstempeln ist nicht mehr zeitgemäss, findet die zuständige Nationalratskommission. Sie wünscht sich deshalb flexiblere Arbeitszeiten. (Symbolbild) (Bild: Keystone/GAETAN BALLY)

Das heutige Arbeitsgesetz sei nicht mehr zeitgemäss, sondern es atme noch den Geist der Indus­trialisierung aus dem letzten Jahrtausend, sagte SGV-Direktor und FDP-Nationalrat Hans-Ulrich Bigler gestern vor Medien in Bern. Die zu starren Arbeitszeiten würden sich an einem überholten Fabrikbild orientieren.

Tatsächlich arbeiten heute drei Viertel der Erwerbstätigen in der Schweiz nicht in der Fabrik, sondern im Dienstleistungssektor. Und durch die Digitalisierung sind die Angestellten auch nicht mehr an den Arbeitsplatz in der Firma gebunden. Dafür bringt ­gerade die Digitalisierung neue Her­ausforderung mit sich.

«Frontalangriff auf den Arbeitnehmerschutz»

Um diese bewältigen zu können, sei mehr Flexibilität nötig, findet der SGV. Er fordert deshalb den Abbau «unnötiger Regulierungen bezüglich Arbeits- und Ruhezeiten, bei den Pausenvorgaben oder bei den Höchstarbeitszeiten». Als Beispiele für Branchen, die von einer Flexibilisierung profitieren würden, nannten die SGV-Vertreter die Bau- und die Treuhand-Branche.

Die Gewerkschaften kritisierten die Vorschläge umgehend. Die geltenden Regulierungen seien nicht veraltet, sondern übten eine Schutzfunktion aus, schrieb die Unia. Unter dem Deckmantel der «Modernisierung» greife der Gewerbeverband grundlegende gesetzliche Schutzmassnahmen an. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund und Travail.Suisse sehen in den Forderungen einen einseitigen «Angriff auf den Arbeitnehmerschutz». Die Schweiz habe schon heute die längsten Arbeitszeiten in ganz Europa, erklären sie. Viele Arbeitnehmende seien einer hohen Arbeitsbelastung ausgesetzt, Stress und Burn-outs hätten stark zugenommen. (sda)

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