ARMEE: F/A-18: Probleme mit Schleudersitz

Kampfflugzeuge der Schweizer Armee haben technische Probleme mit den Schleudersitzen aufgewiesen. Darum blieb ein Grossteil von ihnen vorerst am Boden. Nun sind 16 von 26 wieder im Einsatz.

Red/sda/Chg
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Der F/A-18 (hier bei einem Trainingsflug) hat Probleme mit dem Schleudersitz. (Bild: Keystone)

Der F/A-18 (hier bei einem Trainingsflug) hat Probleme mit dem Schleudersitz. (Bild: Keystone)

Die F/A-18-Flotte der Schweizer Armee war seit dem letzten Dienstag stark dezimiert. Mehrere Flugzeuge konnten nicht eingesetzt werden, weil die Sicherheit der Piloten nicht garantiert werden konnte. Grund ist ein technisches Problem mit der Patrone, welche den Schleudersitz im Notfall aus dem Flugzeug katapultieren sollte. Ein Grossteil der Patronen konnte bereits ersetzt werden. Inzwischen sind 16 der 26 Einsitzer wieder im Einsatz.

Ganz schutzlos sei die Schweiz wegen der Panne aber nie gewesen, beschwichtigt ein Sprecher der Luftwaffe gegenüber unserer Zeitung. «Im Notfall hätten sieben F/A-18-Zweisitzer eingesetzt werden können.» Die Schweizer Luftwaffe besitzt insgesamt 26 F/A-18-Einsitzer und 7 F/A-18-Zweisitzer.

Ärger bei Sicherheitspolitikern

Bei Sicherheitspolitikern löst der Zwischenfall alles andere als Freude aus. Für rote Köpfe sorgt insbesondere, dass das Verteidigungsdepartement sie nicht ins Bild setzte. Der Zuger FDP-Ständerat Joachim Eder: «Die Kommunikationspolitik in diesem Fall ist eine Katastrophe. Wir von der Sicherheitspolitischen Kommission hatten in den vergangenen eineinhalb Tagen Sitzung. Da hätte man uns informieren können.» Joachim Eder ist bitter enttäuscht: «Ich fühle mich als Sicherheitspolitiker nicht ernst genommen.»

Vom Schleudersitz-Problem betroffen ist nicht nur die Schweiz, sondern sämtliche F/A-18-Einsitzer weltweit. Die US Navy hatte gemeldet, dass es bei den Triebladungen für die Schleudersitze zu Problemen kommen könne. Die finnische Luftwaffe hat ihre Flotte schon vor Tagen gegroundet.