ARMEE: Secondos sind bessere Rekruten

Angehörige der Armee mit Migrationshintergrund sind leistungsbereiter. Ob das positive Auswirkungen auf ihre Integration hat, soll ein Forschungsprojekt zeigen.

Aleksandra Mladenovic
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Zugschule der Infanterie-Rekrutenschule 5 in Colombier auf der grünen Wiese. (Bild: Keystone)

Zugschule der Infanterie-Rekrutenschule 5 in Colombier auf der grünen Wiese. (Bild: Keystone)

Zwischenergebnisse eines Forschungsprojektes, das die Militärakademie an der ETH Zürich (Milak) im Auftrag des Eidgenössischen Departements für Verteidigung (VBS) durchführt, zeigen: Angehörige der Armee mit einem Migrationshintergrund sind motivierter und zeigen eine höhere Leistungsbereitschaft für die Armee als jene ohne Migrationshintergrund.

Statistisch signifikantes Resultat

In einer ersten Runde wurden rund 4800 Rekruten in der Sommerrekrutenschule befragt. Die prozentualen Unterschiede sind zwar gering, jedoch statistisch signifikant, wie Studienleiter Tibor Szvircsev Tresch auf Anfrage erklärt.

Ein Erklärungsversuch sei, dass das Militär für Schweizer ohne Migrationshintergrund schlicht eine Tradition sei, die von den Rekruten wenig hinterfragt werde. «Jene mit Migrationshintergrund gehen hingegen bewusster zur Armee und reflektieren mehr darüber», sagt Szvircsev. Dieser Erklärungsversuch sei jedoch eine These, die sich im Rahmen des Forschungsprojekts nicht überprüfen lasse. Doch macht eine höhere Motivation auch einen besseren Soldaten aus? «Man muss den Umkehrschluss ziehen: Secondos sind als Soldaten sicher nicht schlechter», so Szvircsev.