Auslegeordnung

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Zu den Schönheiten des politisch-administrativen Apparates gehört es, dass er auch in verfahrenen Lagen stets zum Handeln in der Lage ist. Geht gar nichts mehr, hat man keinen Plan und keinen Schimmer, so macht man – wie diese Woche die Aussenpolitische Kommission des Nationalrats zur Europapolitik – halt eine Auslegeordnung.

Der Begriff der Auslegeordnung kommt aus dem Militärischen und beschreibt das zweckfreie, aber zeitraubende Auslegen und Einsammeln von Gegenständen. Auch im politischen Betrieb haben Auslegeordnungen zumeist den Charakter eines ziellosen Zeitvertreibs. Da es bei Auslegeordnungen nichts zu beschliessen gibt, verlaufen sie meist in politischer Minne. Gleichzeitig dienen sie der Rechtfertigung von Sitzungsgeldern. Die Auslegeordnung ist qualifizierter Müssiggang – und damit die Königsdisziplin der Politik. (pho.)