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AUSSENDEPARTEMENT: Personal kündigt Widerstand gegen EDA-Reform an

Ab Anfang nächsten Jahres gilt für Diplomaten und konsularische Angestellte ein neues Lohnsystem, das sich auch an Funktion und Leistung orientiert. Ignazio Cassis zieht sich damit den Zorn der Verlierer zu.
Daumen hoch für das Rahmenabkommen mit der EU? Laut Bundesrat und Aussenminister Ignazio Cassis ist eine Lösung bis im Sommer realistisch. (Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN MERZ)

Daumen hoch für das Rahmenabkommen mit der EU? Laut Bundesrat und Aussenminister Ignazio Cassis ist eine Lösung bis im Sommer realistisch. (Bild: KEYSTONE/CHRISTIAN MERZ)

Versucht hat es schon Micheline Calmy-Rey. Die ehemalige SP-Bundesrätin wollte den auto­matischen Aufstieg auf der Karriereleiter samt Lohnzuwachs abschaffen, der Diplomaten und konsularischen Angestellten seit Menschengedenken nach einer Versetzung auf einen anderen Posten irgendwo auf dieser Welt winkt. Doch die resolute Genf-Walliserin ist gescheitert. Erst unter ihrem Nachfolger Didier Burkhalter beschloss der Bundesrat den Wechsel zu einem System, das sich an der Funktion und den dazu notwendigen Kompetenzen orientiert.

Burkhalters Nachfolger Ignazio Cassis obliegt es nun, die Reform auf Anfang 2019 umzusetzen. Unter nicht besonders ein­fachen Vorzeichen. Zurzeit jagt zwar im Aussendepartement EDA eine Informationsveranstaltung die andere, und im jüngsten internen Bulletin werden die Verantwortlichen nicht müde, die Vorzüge der Reform anzupreisen. Doch die Skepsis unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist gross, wie Luc Python, der beim Personalverband des Bundes (PVB) für das EDA zuständig ist, weiss: «Sehr viele Mitglieder nehmen mit uns Kontakt auf, weil sie verunsichert sind.»

Lohneinbusse für weit mehr als einen Drittel

Das ist kein Wunder: Wie die Westschweizer Wochenzeitung «Le Matin Dimanche» kürzlich berichtete, sollen zwar 21 Prozent des versetzbaren Personals auch in Zukunft den gleichen Lohn erhalten und 35 Prozent in eine höhere Lohnklasse eingestuft werden. 44 Prozent aber würden ­voraussichtlich in eine tiefere Lohnklasse eingestuft.

EDA-Sprecher Pierre-Alain Eltschinger konnte diese Zahlen auf Anfrage unserer Zeitung zwar nicht bestätigen, da bis zum Systemwechsel noch rund ein Viertel der betroffenen Mitarbeitenden versetzt werde. Er stellte aber nicht in Abrede, dass die Reform für einige «eine gewisse Einbusse» bedeuten könne, während umgekehrt andere mit der Neueinstufung einen höheren Lohn erhalten würden.

Dass es auch Verlierer geben würde, war immer klar – ungewiss war nur, wie viele. Unter Umständen könne die Lohneinbusse für einzelne Mitarbeiter bis zu 10 Prozent betragen, heisst es im letzten Bericht des Bundesrats zum Thema. Für die Betroffenen sind Begleitmassnahmen vorgesehen, weshalb die Umstellung gemäss jüngsten EDA-Schätzungen 33,4 Millionen Franken kosten wird.

Dennoch hatte sich der Bundespersonalverband von Anfang an gegen das Projekt gewandt, weil er eine Lohnsenkung für ­viele EDA-Angestellte auf versetzbaren Posten befürchtete. Die ersten Zahlen seien «beun­ruhigend», sagt Python. Und kündigt Widerstand an: «Wir überlegen uns, dagegen vorzugehen – möglicherweise auch juristisch.»

Eva Novak

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