AUSSENPOLITIK: Borer gibt Tipps zum Steuerstreit

Der ehemalige Botschafter Thomas Borer rät der Schweiz zu einer strikten Neutralität in der Krim-Krise. Das nütze auch im Steuerstreit.

Red.
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Der ehemalige Botschafter Thomas Borer. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Der ehemalige Botschafter Thomas Borer. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Im Ukraine-Konflikt rät der ehemalige Schweizer Botschafter Thomas Borer (56) zur Zurückhaltung. Die Schweizer Neutralitätspolitik sehe vor, dass sich die Schweiz nur an Sanktionen beteiligt, die von der UNO beschlossen seien. Die Schweiz sei gut beraten, von Sanktionen, die von Staaten oder Staatengruppen einseitig verhängt würden, Abstand zu nehmen, so Borer.

Er empfehle in diesem Fall, wo weder die völkerrechtlichen noch die politischen Umstände wirklich klar seien, eine strikte Neutralität. Der Ex-Diplomat sieht aber auch Chancen, sich als neutrale Vermittlerin in der Krim-Krise zu profilieren. Und so der EU zu zeigen, dass es sehr wohl nützlich sein kann, einen neutralen Partner wie die Schweiz zu haben.

Fehler in der Strategie

Borer sprach am Dienstag an einem Anlass der Treuhandgesellschaft BDO in Luzern zum Druck aufs Schweizer Steuersystem. Im Banken- und Steuerstreit mit den USA habe die Schweiz keine Verhandlungs-, dafür Strategiefehler begangen. 2008, als der Fall UBS unter Druck mit den USA abgeschlossen wurde, hätte die Schweiz die Chance ergreifen sollen, um einen globalen Vergleich mit den USA abzuschliessen.