Badeentchen

Bürokratisch

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Der Sensemann, man weiss es, ist ein fieser Geselle. Laut unseren Gesundheitsaposteln beim Bund lauert er im Zucker, im Salz, er rafft uns nach dem Grillieren dahin und befördert uns nach dem Genuss vergorener Säfte unweigerlich über den Jordan. Die Gefahr ist allumfassend, omnipräsent, keiner ist sicher. Wenigstens in der Badewanne, so glaubten wir bisher, könnten wir etwas entspannen. Aber oha! Jetzt haben die staatlich besoldeten Forscher der Eawag und der ETH herausgefunden: In Badeentchen bildet sich ein gar schröcklicher Cocktail an Bazillen, Amöben und anderem Geviechs. «Potenziell krankheitserregend» seien die kleinen Gesellen, vermelden die Forscher, es müssten dringend neue Vorschriften her, eine Lex Badeentchen also.

Doch wie tödlich ist die Badeente tatsächlich? Das Bazillensüppchen könne zu Entzündungen und Magen-Darm-Infekten führen, sagt der Ober-Bade­enten-Forscher. Es könne aber auch die Immunabwehr stärken: «Dann ist es positiv.» Aha. Wir fassen zusammen: Der Sensemann scheint milde gestimmt. Und unsere Bundes-Gesundheits-Alarmisten haben offenbar ein entspannendes Bad genommen. Siehe: Es ist Ostern, das Fest der Hoffnung. (pho)