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BAHN: Bombardier-Doppelstöcker erneut mangelhaft

Die SBB kündigten diese Woche an, die neuen Doppelstöcker von Bombardier nächstes Jahr in Betrieb zu nehmen. Doch kürzlich ist der Zug wieder einmal durch eine Prüfung gefallen.
Designentwurf für den neuen Bombardier Fernverkehr-Doppelstockzug (Bild: Keystone)

Designentwurf für den neuen Bombardier Fernverkehr-Doppelstockzug (Bild: Keystone)

«Wir freuen uns riesig», sagte ­David Henny, Leiter der Angebotsplanung Personenverkehr bei den SBB, am Donnerstag bei der Präsentation des neuen Fahrplans. Die Freude von Henny war auf die neuen Doppelstockzüge der SBB gemünzt, die laut den SBB nächstes Jahr endlich in Betrieb genommen werden sollen.

Die 62 Fernverkehrszüge des kanadischen Herstellers Bombardier sind die umfangreichste und kostspieligste Beschaffung der SBB-Geschichte. Und wohl auch die leidvollste. Denn eigentlich sollte das rund zwei Milliarden Franken teure Rollmaterial schon seit 2013 auf den Schweizer Schienen verkehren. Nun also soll es mit fünfjähriger Verspätung doch noch klappen.

Bewilligung im Dezember?

Doch noch fehlt den neuen Zügen die Betriebsbewilligung des Bundesamts für Verkehr (BAV). Und wie Recherchen ergeben ­haben, sind die Doppelstöcker am 16. November zum wiederholten Mal durch eine technisch-betriebliche Sicherheitsprüfung gerasselt. Man habe «kleinere technische Mängel» festgestellt, sagt BAV-Sprecher Gregor Saladin auf Anfrage. «Sobald Bombardier diese behoben und die entsprechenden Nachweise eingereicht hat, kann das BAV eine erste befristete kommerzielle Betriebsbewilligung erteilen», erklärt er. Worin die Mängel bestehen, kann Saladin nicht sagen, es ist aber davon auszugehen, dass es sich erneut um Softwareprobleme handelt. Diese sorgten bereits bei einer Prüfung im ­Oktober dafür, dass der Zug die Bewilligung nicht erhielt.

Trotz der wiederholt festgestellten Mängel sind Bombardier und die SBB zuversichtlich, bald grünes Licht zu bekommen. Auch das BAV stellt in Aussicht, die ­Bewilligung im Dezember zu erteilen. Bereits jetzt scheint klar, dass diese auf ein Jahr befristet sein wird, «weil zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht alle Funktionalitäten implementiert sind», sagt Gregor Saladin.

Kanadier haften

Die SBB wollen nächstes Jahr noch nicht alle Bombardier-Doppelstöcker in Betrieb nehmen. Die Einführung soll schrittweise erfolgen. Bis wann diese abgeschlossen sein wird, ist unklar. Die SBB wollen sich nach den wiederholten Verzögerungen nicht mehr auf ein Datum fest­legen. Bekannt ist hingegen, dass Bombardier für die Verspätungen finanziell bluten muss. Die SBB hatten ursprünglich 59 Züge bestellt. Jetzt erhalten sie aufgrund einer Konventionalstrafe drei weitere gratis mit dazu. ­Zudem entstehen den SBB Kosten für den Weiterbetrieb von ­altem Rollmaterial, das eigentlich schon ausrangiert sein sollte. Auch diese Kosten werden laut SBB von Bombardier gedeckt. Wie teuer den Kanadiern das Lieferdesaster zu stehen kommt, ist nicht bekannt. Die beiden Parteien haben Stillschweigen über die Höhe der Konventionalstrafe vereinbart.

Dominik Weingartner

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