Tierpark
Bärentragödie im Tierpark Dählhölzli: Tierschutz fordert Geburtenkontrolle

Der Tod des Bärenkindes «3» aus dem Berner Tierpark Dählhölzli wirft Fragen auf: Wie gut geht es den Bären hierzulande in Gefangenschaft? Dabei zeigt sich, in den Schweizer Tierparks gibt es massive Unterschiede.

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Die Bären im Tierpark Dählhölzli.

Die Bären im Tierpark Dählhölzli.

Tierpark Dählhölzli/Rando

Aktuell leben 30 Bären in elf Tierparks. Die Unterschiede zwischen den Gehegen sind allerdings massiv, wie eine Umfrage der Zeitung «Schweiz am Sonntag» bei den Tierparks zeigt. Während einige Tiere bis zu 10'000 Quadratmeter Auslauf haben, müssen andere in betonierten Zwingern ohne Klettermöglichkeit auskommen.

Trotzdem sagt die Wildtierexpertin des Schweizer Tierschutzes (STS), Sara Wehrli: «Was die Gehege und das richtige Futter anbelangt, ist die Bärenhaltung auf hohem Niveau.» Problematisch sei jedoch die schlecht überwachte Fortpflanzung. «Es kommen deutlich zu viele Bären auf die Welt, für die dann geeignete Plätze fehlen.» Deshalb sei es störend, dass gewisse Zoos per se eine Sterilisation ausschliessen und damit eine Geburtenkontrolle verunmöglichen.

Um den Bären Mischa und Masha ein möglichst natürliches Verhaltensrepertoire zu ermöglichen, verzichtete auch der Tierpark Dählhölzli auf Verhütung. Unverständlich für Wehrli. «Da in Gefangenschaft das Leben eines Wildtieres niemals vollkommen naturgemäss ist, ist der Mensch für das individuelle Wohlergehen der Tiere zuständig und kann eine Tötung eines Jungtieres nicht auf die Natur abschieben», sagt sie. Hinzu komme: Wo wird Jungbär «4» untergebracht, wenn er erwachsen ist? (nch)

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