Rolf Widmer
Beerdigung im Trauzimmer

Das Schloss Büren ist wegen seiner historischen Vergangenheit von nationaler Bedeutung. Gestern fand in seinen Räumlichkeiten vielleicht ein letzter geschichtsträchtiger Akt statt: Der Amtsbezirk Büren wurde offiziell zu Grabe getragen.

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Amtsbezirk Büren

Amtsbezirk Büren

Urs Lindt

Jürg Amsler

Der Ort für die Amtsübergabe von Regierungsstatthalter Rolf Widmer in Büren hätte nicht treffender sein können: Im Trauzimmer des Zivilstandsamtes im Schloss Büren vollzog Regierungsrat Christoph Neuhaus, Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektor des Kantons Bern, den feierlichen Akt der «Vermählung» und «Beerdigung» zugleich. Mit der Umsetzung der Reform der dezentralen kantonalen Verwaltung tritt Rolf Widmer von seinem Amt als Regierungsstatthalter von Büren zurück. Der Amtsbezirk Büren wird aufgeteilt.

Update

Vor drei Jahren hat das Berner Stimmvolk die Reform der dezentralen kantonalen Verwaltung angenommen. Anstelle der bisherigen 26 Amtsbezirke gliedert sich der Kanton Bern ab 1. Januar 2010 in sechs Verwaltungsregionen mit zehn Verwaltungskreisen. (sl)

«Die elf Gemeinden südlich der Aare gehören ab 1. Januar 2010 dem Verwaltungskreis Seeland mit Sitz in Aarberg an, Lengnau, Meinisberg und Pieterlen zum Verwaltungskreis Biel-Bienne mit Sitz in Nidau.» Christoph Neuhaus gestand, dass er gestern mit Wehmut ins Stedtli gereist sei. «Hier in diesem Schloss, das im Amtsdeutsch als Amtshaus bezeichnet wird, bin ich vor Jahren als Mitglied der Finanzkommission Arch, meinem ersten politischen Amt, von Rolf Widmers Vorvorgänger vereidigt worden.

Als Gemeindedirektor bin ich nun dabei, wenn der Amtsbezirk Büren zu Grabe getragen wird.» Dieser verbinde den Berner Jura mit dem Seeland. «Er liegt an der Grenze unseres Kantons und ist als Randgebiet doch eng in diesen eingebunden.» Neuhaus ist überzeugt, dass Widmers Nachfolger - Bernhard Burri (Regierungsstatthalter in Aarberg) und Werner Könitzer (Regierungsstatthalter in Nidau) - Gemeinden aus einem wohl geordneten Amt übernehmen können.

Knappe sieben Jahre im Amt

Rolf Widmer hat am 1. Mai 2003 das Amt als Regierungsstatthalter von Büren als Nachfolger von Hermann Stettler angetreten. «Er ist ein junger ‹Regieriger›, der mit Professionalität und Besonnenheit geführt hat. Er ist stets engagiert im Dienste der Öffentlichkeit gestanden - und wird dies weiterhin tun.» Christoph Neuhaus würdigte nicht nur die bisherige Arbeit von Rolf Widmer, sondern freut sich auf dessen weitere Mitarbeit: «Er hat sich entschlossen, künftig als stellvertretender Regierungsstatthalter im Seeland tätig zu sein. Sein Wissen und seine Erfahrung wird er im neuen Verwaltungskreis einbringen.»

Geteiltes Leid, sei halbes Leid, sagte Widmer, der gestern zwar offiziell sein Amt an seine Nachfolger übergeben hat, aber noch bis zum 31. Dezember für das Bürenamt zuständig ist. «Jede Geschichte hat ein Ende. So auch die Geschichte des Amtsbezirks Büren. Jede Geschichte habe aber auch einen Anfang», so Widmer. «Ich freue mich auf den Neuanfang zusammen mit Gerhard Burri in Aarberg.» Für das Schloss Büren wünsche er sich, dass nach dem Auszug der kantonalen Amtsstellen, die Räume nicht zu lange leer bleiben.

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