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BEHINDERTE: Mit dem Rollstuhl auf die Eisbahn

Auf Kufen über die Eisbahn gleiten - das können nun auch Menschen im Rollstuhl. Auf rund zwanzig Eisbahnen in der Schweiz stehen diesen Winter sogenannte Eisgleiter zur Verfügung.
Mit dem Projekt «Schlittschuhfahren für Menschen im Rollstuhl» soll zur Integration behinderter Menschen beigetragen werden. (Bild: PD)

Mit dem Projekt «Schlittschuhfahren für Menschen im Rollstuhl» soll zur Integration behinderter Menschen beigetragen werden. (Bild: PD)

Beim Eisgleiter handelt es sich um eine Platte auf Kufen, auf die sich Behinderte samt Rollstuhl platzieren können. Entwickelt wurde das Gefährt vom früheren deutschen Rennrodler und Tüftler Hans Rinn. Die Modelle sind so ausgestaltet, dass die meisten Rollstühle darauf fixiert werden können.

Als erste Eisbahn in der Schweiz wurde vergangenen Winter die Kunsteisbahn Weyermannshaus in Bern mit zwei Eisgleitern ausgerüstet. Inzwischen gibt es sie unter anderem auch in Zürich, Davos, Neuenburg, Yverdon-les-Bains und Siders.

Zur Verfügung gestellt werden sie von der Stiftung Cerebral. Diese hat sich im Rahmen des Projekts «Schlittschuhfahren für Menschen im Rollstuhl» zum Ziel gesetzt, für die diesjährige Wintersaison rund 20 Kunsteisbahnen in der ganzen Schweiz mit Eisgleitern auszustatten.

«Ein Gefühl, das sie mit Reifen nie erleben»

Der Eisgleiter sei einfach zu benutzen, sagte Michael Harr, Direktor der Stiftung Cerebral, der Nachrichtenagentur sda. Ziel des Projekts sei es, dass Familien, bei denen ein Familienmitglied im Rollstuhl ist, zusammen Zeit auf der Eisbahn verbringen könnten.

Die Eisbahnen stellen den Behinderten die Eisgleiter gratis zur Verfügung. Auch sie selbst müssen nichts bezahlen: Die Kosten von 2000 Franken pro Eisgleiter übernimmt die Stiftung Cerebral. Finanziert wird das Projekt mit Spenden.

Bei der Kunsteisbahn Weyermannshaus zieht der stellvertretende Anlagenchef Daniel Blaser ein positives Fazit. Die Eisgleiter zauberten den Menschen im Rollstuhl ein Lächeln ins Gesicht, erzählt Blaser. Dank den Eisgleitern seien die Menschen im Rollstuhl nicht mehr ausgeschlossen.

Auch in Yverdon-les-Bains, wo es den Eisgleiter seit Oktober gibt, ist die Bilanz positiv. Das Gefährt sei bereits mehrmals benutzt worden, sagte der Verantwortliche der Eisbahn, Alain Bättig. «Der Eisgleiter ermöglicht es Menschen mit Behinderung, das Gefühl des Gleitens auf Eis zu erleben - ein Gefühl, das sie mit Reifen nie erleben.»

Anlagen müssen rollstuhlgängig sein

Der Einsatz der Eisgleiter ist jedoch nicht überall problemlos möglich. Während es beispielsweise im Berner Weyermannshaus bereits ein Behinderten-WC gab, sind die Einrichtungen in Lausanne veraltet und nicht für Gäste mit Behinderungen geeignet.

Um das zu ändern, wären grosse Anpassungen nötig, wie der Verantwortliche Christian Barascud sagt. Er lehnt den Eisgleiter aber auch aus einem anderen Grund ab: Aus seiner Sicht stellt der Eisgleiter mit seiner metallischen Platte eine Gefahr für andere Schlittschuhfahrer dar.

Anders sieht dies Daniel Blaser vom Berner Weyermannshaus. Gefährlich könne es auf dem Eis werden, wenn sich jemand rücksichtslos verhalte - unabhängig davon, ob er auf normalen Schlittschuhen oder auf einem Eisgleiter unterwegs sei.

Marie Nicolet, sda

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