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Nach Alarm im Swiss-Cockpit: Dem Drohnen-Piloten droht Gefängnis

Der Beinahe-Zusammenstoss zwischen einer Drohne und einer Swiss-Maschine wird Folgen haben. Laut dem Bundesamt für Zivilluftfahrt könnte der Drohnen-Inhaber gar hinter Gittern landen. Doch es gibt ein Problem.
Benjamin Weinmann
«Schwerer Vorfall»: Eine Drohne näherte sich einer Swiss-Maschine beim Anflug auf den Flughafen Zürich auf 20 Meter. Bildmontage: Getty

«Schwerer Vorfall»: Eine Drohne näherte sich einer Swiss-Maschine beim Anflug auf den Flughafen Zürich auf 20 Meter. Bildmontage: Getty

Das war nahe. Zu Nahe. Am 29. September wäre es über Zürich-Kloten beinahe zu einem gefährlichen Zusammenstoss einer Swiss-Maschine und einer Drohne gekommen. Dies geht aus einem Vorbericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) hervor, der gestern publiziert wurde.

Beim Flugzeug handelte es sich um einen Airbus des Typs A319, der von Berlin-Tegel nach Zürich flog. Beim Anflug, zehn Kilometer vor der Landepiste 14, kreuzte direkt oberhalb eine Drohne den Flugweg der Swiss-Maschine mit 103 Passagieren und 5 Besatzungsmitgliedern an Bord. Der Abstand zwischen dem Flugzeug und der Drohne betrug gerade mal 20 Meter. Zu einem Zusammenstoss kam es knapp nicht und es wurde niemand verletzt.

Flughafen stellt Forderungen

Aufgrund der kleinen Distanz zwischen den beiden Flugobjekten taxiert die SUST den Beinahe-Crash als «schweren Vorfall». Sie hat deshalb eine Untersuchung eröffnet. «Das Problem ist, dass die Drohnen-Piloten fast nie ausgemacht werden können», sagt ein Bazl-Sprecher. Einem Ersttäter, der seine Drohne nicht korrekt pilotiert, kann das Bazl eine so genannte Administrativbusse von einigen hundert bis 1000 Franken aussprechen.

Und bei einem «schweren Vorfall» wie diesem? «Hier dürfte es sich um eine Gefährdung des öffentlichen Verkehrs handeln», sagt der Bazl-Sprecher. Da sei es üblich, dass die Staatsanwaltschaft eingeschalten werde. «Und dann drohen dem Täter deutlich höhere Strafen bis hin zu Gefängnis.»

Drohne kommt einem A380 von Emirates beim Start in Mauritius gefährlich nahe

Der Flughafen Zürich hat sich zuletzt in seiner Lobbying-Zeitschrift «Politikbrief» für ein rigides Drohnenverbot rund um das Flughafenareal ausgesprochen. Es brauche einen raschen Schutz der Landesflughäfen. Die surrenden, oftmals mit Kameras ausgestatteten Maschinen, sollen also gegroundet werden. Dies sei aus Flughafensicht das «Minimalziel» einer gesetzlichen Lösung. Ausserdem brauche es weitere Massnahmen, wie zum Beispiel die Ausbildung und Registrierung von Piloten und Drohnen, Sensibilisierungskampagnen und «Methoden zur Detektion und Abwehr».

Wie solche Abwehrmassnahmen aussehen könnten, zeigte sich Anfang Jahr am WEF in Davos. Die Kantonspolizei Graubünden präsentierte anlässlich des Wirtschaftsanlasses in den Bergen, zu dem auch US-Präsident Donald Trump per Helikopter einflog, ein neues Drohnen-Abwehrsystem: Eine Pistole, die ein feines, bis zu zwei Meter grosses Netz aus Kunststoffasern abschiesst. Dieses wickelt sich in die Rotoren der Drohnen und bringt diese senkrecht zum Absturz. Die Schussreichweite beträgt bis zu 50 Metern. Die Strafanstalt Lenzburg schaffte bereits 2017 zwei solche Anti-Drohnen-Waffen an, die zusammen mit einem Drohnen-Erkennungsradar eingesetzt werden.

Laserschüsse gegen Drohnen

Laut des Bazl-Sprechers gibt es auch Technologien, die Drohnen per Laser-Schuss zum Absturz bringen, oder ihr System lahmlegen können. «Das Problem ist, dass dann die Drohne senkrecht abstürzt und so ebenfalls für Schaden sorgen könnte.» Wer dann zur Rechenschaft gezogen würde, der Drohnen-Pilot, oder die abschiessende Behörde, sei bis heute nicht geklärt.

So oder so sei die Forderung des Flughafen Zürich nach einem kompletten Drohnenverbot unnötig, hält der Bazl-Sprecher fest. Denn schon heute bestünden gesetzliche Richtlinien, die auch in diesem Vorfall greifen. Da der Beinahe-Crash von Ende September in über 150 Meter Flughöhe geschah und innerhalb eines 10-Kilometer-Radius’ des Flughafenareals, hätte der Drohnen-Pilot eine spezielle Bewilligung benötigt. «Somit handelt es sich hier um eine klare Gesetzesübertretung», sagt der Bazl-Sprecher.

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