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BERN: Berichterstattung über Nackt-Selfies: Presserat heisst Beschwerde gut

Die Zeitung «Schweiz am Sonntag» hat mit dem Artikel «Geri Müller: Nackt-Selfies aus dem Stadthaus» den Journalistenkodex verletzt. Zu diesem Schluss kommt der Schweizer Presserat in seinem Entscheid vom 11. Juli 2016. Der Presserat hiess damit eine Beschwerde von 18 Parlamentariern gut, wie heute bekannt wurde.
Geri Müller anlässlich einer Medienkonferenz im August 2014 in Zürich. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

Geri Müller anlässlich einer Medienkonferenz im August 2014 in Zürich. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

Konkret hat die «Schweiz am Sonntag» die Privatsphäre nicht respektiert und das Gebot zur Unterlassung sachlich nicht gerechtfertigter Anschuldigungen verletzt. «Der Entscheid des Presserats bedeutet, dass in keiner Weise ein journalistisch vertretbarer Grund bestand, die Privat- und Intimsphäre von Geri Müller derart gering zu achten», schreibt der Luzerner Nationalrat Louis Schelbert (Grüne) im Namen der Beschwerdeführer. Der Artikel stelle eine neue Qualität der Missachtung der Intimsphäre einer öffentlichen Person dar.

Die «Schweiz am Sonntag» hatte im August 2014 berichtet, dass der Badener Stadtammann und damalige Nationalrat Geri Müller (Grüne) vom Stadthaus aus Nacktselbstbilder an eine Chatpartnerin geschickt hatte. Der Presserat hat keine Sanktionsmöglichkeiten. Er kann aber Empfehlungen abgeben.

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