BERN: Solidaritätswelle in der Schweiz ebbt nicht ab

Am Tag nach dem Attentat auf die französische Satirezeitschrift «Charlie Hebdo» ebbt die Solidaritätswelle nicht ab. Hunderte Menschen haben sich am Donnerstag an verschiedenen Orten in der Schweiz in Gedenken an die Opfer versammelt.

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Ein Zeichen der Solidarität: Die Französische Botschaft in der Schweiz hat am Donnerstag die Fahnen auf Halbmast gesetzt. (Bild: Keystone)

Ein Zeichen der Solidarität: Die Französische Botschaft in der Schweiz hat am Donnerstag die Fahnen auf Halbmast gesetzt. (Bild: Keystone)

Ein Mann und eine Frau halten in Lausanne die Titelseite des heute (14.1.2015) in Millionenauflage erschienenen Ausgabe von «Charlie Hebdo» in die Kamera. Ausserdem halten sie ein Plakat auf dem steht: «Ich bin ein Muslim. Ich bin gegen Terrorismus.» (Bild: EPA/SANDRO CAMPARDO)
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Ein Mann hält in Lausanne ein Plakat und einen Stift in die Luft, um an die Opfer des Attentats in Paris zu gedenken. (Bild: SANDRO CAMPARDO)
Menschen mit Plakaten in Lausanne: «Je suis Ahmed» (Ich bin Ahmed) ist darauf zu lesen. (Bild: SANDRO CAMPARDO)
Gedenkfeier in Lausanne am 14. Januar 2015. (Bild: SANDRO CAMPARDO)
In Lausanne gedenken Hunderte der Opfer. (Bild: SANDRO CAMPARDO)
Menschen gehen in Lausanne auf die Strasse. (Bild: SANDRO CAMPARDO)
Menschen gedenken der Attentat-Opfer in Lausanne. (Bild: SANDRO CAMPARDO)
Guatemala: Ein Mädchen hält ein Schild mit dem Slogan "Je suis Charlie" in die Höhe. (Bild: Keystone)
Kundgebung auf der Dominikanischen Republik. (Bild: Keystone)
In Mexiko zündet eine Fraue Kerzen an für die Opfer von Paris. (Bild: Keystone)
Mexiko: Mann mit dem Slogan der Kundgebung. (Bild: Keystone)
Die Zeitung "El Periodico" aus Guatemala widmet ihre Titelseite der Opfer von Paris. (Bild: Keystone)
Kundgebungen in Barsilien. (Bild: Keystone)
Rio de Paz, Brasilien: Hier mit dem Motto "Rio est Charlie". (Bild: Keystone)
Kerzen für die Opfer auch in Budapest. (Bild: Keystone)
Holland: Viele Menschen versammeln sich auch in Rotterdam. (Bild: Keystone)
Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte an einer Kundgebung. (Bild: Keystone)
Auch in Tschechien brennen Kerzen für die Opfer aus Frankreich. (Bild: Keystone)
Kerzen der Anteilnahme in Budapest. (Bild: Keystone)
Kerzen und Spruchbänder in Berlin: Je suis Charlie, aber niemals Pegida. (Bild: Keystone)
Belgrad: Auch hier wird die Anteilnahme kund getan. (Bild: Keystone)
Nach der Attacke auf die Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo" haben Menschen in Gedenken an die Opfer ein Plakat mit der Aufschrift "Je suis Charlie" sowie Kerzen aufgestellt in Paris. (Bild: Keystone)
Französische Soldaten patrouillieren am Bahnhof Montparnasse in Paris. (Bild: Keystone)
Vor der französischen Botschaft in Berlin haben Menschen Rosen hingelegt. (Bild: Keystone)
Ein Mann entzündet eine Kerze vor der französischen Botschaft in Prag. (Bild: Keystone)
Solidaritätskundgebung vor dem Brandenburger Tor in Berlin. (Bild: Keystone)
Menschen nehmen an einer Solidaritätskundgebung in Genf teil. (Bild: Keystone)
Solidaritätskundgebung für die Attentatsopfer in Genf. (Bild: Keystone)

Ein Mann und eine Frau halten in Lausanne die Titelseite des heute (14.1.2015) in Millionenauflage erschienenen Ausgabe von «Charlie Hebdo» in die Kamera. Ausserdem halten sie ein Plakat auf dem steht: «Ich bin ein Muslim. Ich bin gegen Terrorismus.» (Bild: EPA/SANDRO CAMPARDO)

In Zürich kamen rund 600 Personen am Abend auf den Bürkliplatz, um ein Zeichen zu setzen für die Pressefreiheit. Zur Gedenkkundgebung hatten die Gewerkschaft Syndicom, der Verband Junge Journalisten Schweiz und Reporter ohne Grenzen aufgerufen.

Die Medienschaffenden zeigten sich schockiert und tief betroffen von den Ereignissen in Paris. «Wir stehen auf - und zusammen. Für eine offene Gesellschaft, welche sich durch die Bluttat nicht vom Weg abbringen lässt», heisst es in dem Aufruf. Bei der Kundgebung wurden Fackeln, Plakate oder einzelne Ausgaben von «Charlie Hebdo» getragen. Auffallend viele französischsprachige Leute waren unter den Teilnehmern.

Gedacht wurde auch der 118 Journalistinnen und Journalisten, die im Jahr 2014 bei der Ausübung ihres Berufs ermordet worden sind. Allein in Europa, in erster Linie in der Ukraine, haben neun Medienschaffende ihr Leben verloren. Das sind drei Mal mehr als 2013, wie Syndicom schreibt.

Schweigeminute am Radio

In St. Gallen fanden sich beim Waaghaus rund 100 Personen zu einer Gedenkminute für die ermordeten Kolleginnen und Kollegen von «Charlie Hebdo» ein. Sie setzten ein Zeichen für die Werte unserer Gesellschaft, die allgemeinen Menschenrechte und die Presse- und Meinungsfreiheit. Aufgerufen zur Gedenkminute hatte die Gewerkschaft Syndicom.

Ein Zeichen für Meinungsfreiheit setzten zahlreiche Schweizer Radiosender auf ihre Weise, indem sie um 12 Uhr ihr Programm unterbrachen und für eine Minute schwiegen. Der Idee von Radio 1 hatten sich Planet 105, Radio Top und Top Two angeschlossen.

«Ganzer Berufsstand in Trauer»

Bereits am Mittag versammelten sich über 400 Menschen auf Initiative der Genfer Journalistenvereinigung und der Vereinigung der Redakteure und des Personals der Zeitung «Tribune de Genève» auf einem öffentlichen Platz zu einer Schweigeminute. Zahlreiche Journalistinnen und Journalisten, Politikerinnen und Politiker sowie Bürgerinnen und Bürger drückten ihre Solidarität gegenüber der Redaktion von «Charlie Hebdo» aus.

«Heute ist ein ganzer Berufsstand in Trauer. Und das schreckliche Attentat erinnert uns auf extrem brutale Art daran, dass wir mehr denn je und jeden Tag - mit dem Zeichenstift oder der Schreibfeder in der Hand - kämpfen müssen, um die Meinungsäusserungs- und Pressefreiheit zu verteidigen, welche die Grundlagen der Demokratie und des Rechtsstaates bilden», heisst es in einem vor Ort vorgelesenen Brief an das französische Satiremagazin.

Am morgigen Freitag hält die UNO eine Gedenkveranstaltung an ihrem Sitz in Genf ab. Dabei soll den Opfern des Attentats auch mit einer Schweigeminute gedacht werden.

Kondolenzschreiben

In einem Schreiben kondolierten Nationalratspräsident Stéphane Rossini und Ständeratspräsident Claude Hêche ihren beiden Amtskollegen, den Präsidenten der beiden Parlamentskammern Frankreichs. Die Meinungsfreiheit sei ein fundamentaler Wert der öffentlichen Debatte und dürfe nicht durch eine solche Gewalttat geopfert werden, heisst es in dem Brief.

sda