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Crowdfunding-Experte über Bettina Rimensberger: «Der Fall geht ans Herz»

Um ihre teure Therapie zu finanzieren, wandte sich die todkranke Bettina Rimensberger aus Wetzikon an digitale Gemeinschaft – mit überwältigendem Ergebnis. Laut Crowdfunding-Experte Andreas Dietrich von der Hochschule Luzern gibt es dafür mehrere Gründe.
Kilian Küttel
Andreas Dietrich, Co-Leiter des Instituts für Finanzdienstleistungen der Hochschule Luzern. (Bild: Corinne Glanzmann, 15. November 2018)

Andreas Dietrich, Co-Leiter des Instituts für Finanzdienstleistungen der Hochschule Luzern. (Bild: Corinne Glanzmann, 15. November 2018)

Die Geschichte von Bettina Rimensberger bewegt die Schweiz. Die 31-Jährige leidet seit ihrer Geburt an spinaler Muskelatrophie, einer Krankheit, die zum Erstickungstod führen kann. Rimensbergers Krankenkasse will die Kosten für ein neues Medikament nicht übernehmen. Nun versucht sie, mit einem Crowdfunding 600 000 Franken zusammenzubekommen. Die Aktion verläuft äusserst erfolgreich (Artikel vom 23. Januar). Laut Crowdfunding-Experte Andreas Dietrich von der Hochschule Luzern gibt es dafür mehrere Gründe.

Andreas Dietrich, bislang sind Spenden von über 360 000 Franken für die Rettung von Bettina Rimensberger zusammengekommen. Überrascht Sie das?

Nein. Das Thema ist emotional und schnell erklärt, das Video zur Kampagne gut und professionell gemacht. Für solche Anliegen sind die Leute sehr gerne bereit, etwas zu spenden.

Gibt es noch weitere Gründe als die Schwere von Rimensbergers Krankheit?

Der Fall geht ans Herz. Und er beinhaltet den Aspekt der gefühlt «ungerechten» Krankenkasse. Auch nicht zu unterschätzen ist, dass das Video medial aufgenommen wurde – dadurch sehen es noch viele weitere Personen.

Viele Crowdfundings waren erfolgreich, wie zum Beispiel jenes für das Stadion Kleinfeld in Kriens. Ist das eine nachhaltige Möglichkeit für Unternehmen und Privatpersonen, ihre Ideen zu verwirklichen?

In diesem Bereich haben wir in der Schweiz eine Erfolgsquote von rund 68 Prozent. Das Gesamtvolumen wächst stetig. Insofern kann Crowdfunding durchaus eine sinnvolle und interessante Option sein, ein Projekt zu finanzieren.

Trotzdem heisst es doch: «Willst du gelten, mach dich selten.» Allerdings scheint es, dass jeder für irgendwas ein Crowdfunding macht. Ist die Kuh nicht langsam gemolken?

Die Schweizer sind grundsätzlich ein spendierfreudiges Volk. Und der Crowdfunding-Markt ist immer noch gering, verglichen mit dem gesamten Spendenmarkt. Insofern sehe ich noch keinen Overkill.

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