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BILDUNG: Kontroverse um Schülertheater: Sechsjährige posieren als Leichen

Schweizerisch-türkische Schüler aus St. Gallen haben im Kanton Thurgau ein nationalistisches Theaterstück aufgeführt. Dahinter soll die türkische Regierung stehen.
Martialische Inszenierung: Türkischstämmige Schüler spielen in der Mehrzweckhalle Uttwil die Schlacht von Gallipoli nach. (Bild: «Sonntags-Blick»)

Martialische Inszenierung: Türkischstämmige Schüler spielen in der Mehrzweckhalle Uttwil die Schlacht von Gallipoli nach. (Bild: «Sonntags-Blick»)

Sechsjährige Buben in Militäruniformen, die sich gegenseitig niederschiessen, türkische Fahnen, nationalistische Parolen: Diese Szenen spielten sich Ende März in einer Mehrzweckhalle in Uttwil ab, einer Gemeinde im Thurgauer Bezirk Arbon am Bodensee. Das Theaterstück, das sich um die Schlacht von Gallipoli dreht, ist im Rahmen des Unterrichts für «Heimatliche Sprache und Kultur» (HSK) entstanden.

Treibende Kraft hinter der Darbietung soll die türkische Botschaft in Bern gewesen sein. Involviert waren mehrheitlich Schüler einer HSK-Klasse aus dem st. gallischen Flawil. Laut dem «Sonntagsblick» sassen im Publikum mehrere hundert Türkinnen und Türken aus der ganzen Schweiz.

«Mit der Politik von Erdogan nichts zu tun»

Inwieweit die türkische Regierung in den Anlass involviert war, bleibt unklar. Die Aussagen widersprechen sich. So weist die Gemeinde Uttwil die Vorwürfe zurück. «Es war keine Propagandaveranstaltung für die Regierung Erdogan», sagt Aliye Gül, Uttwiler Gemeindeschreiberin und ehemalige Thurgauer SP-Kantonsrätin. «Im Gegenteil: Die Organisatoren sind Kemalisten und haben mit der Politik von Erdogan nichts zu tun.» Die Schlacht von Gallipoli werde in der Schweiz seit langem gefeiert. Das sei nie ein Problem gewesen. Auch der Organisator des Kindertheaters, Ahmet Tak, wehrt sich gegen den Vorwurf, mit der Theateraufführung Propaganda für Erdogan zu betreiben.

Bildungspolitiker zeigen sich irritiert

Thurgauer Bildungspolitikerinnen zeigen sich auf Anfrage unserer Zeitung dennoch irritiert. SVP-Nationalrätin Verena Herzog plädiert dafür, die Zeit für Deutschunterricht zu verwenden statt für türkische Heimatkunde. CVP-Ständerätin Brigitte Häberli kritisiert die lasche Aufsicht der St. Galler Behörden.

Das St. Galler Bildungsdepartement hat sich bis jetzt nicht zum Vorfall geäussert. Bildungschef Stefan Kölliker (SVP) war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Für den HSK-Unterricht arbeiten die Kantone mit der türkischen Botschaft in Bern zusammen. Die Lehrer für das Fach stammen mehrheitlich aus der Türkei. (ar/ja/mso)

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