Bischof Huonder: Klare Zeichen aus Rom

Pascal Hollenstein über die verlängerte Amtszeit von Bischof Vitus Huonder.

Pascal Hollenstein
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Pascal Hollenstein (Bild: Manuela Jans-Koch / LZ)

Pascal Hollenstein (Bild: Manuela Jans-Koch / LZ)

Dieser Papst! Nicht wenige sogenannte Reformkatholiken in diesem Land gingen davon aus, Franziskus werde die Nachfolge des Churer Bischofs Vitus Huonder in ihrem Sinn regeln. Einen kirchenpolitisch flexibleren Hirten wünschten sie. Einen, der weniger Klartext spricht. Sie haben es erbeten, ja gefordert, in Bittschriften, Interviews und Appellen. Franziskus, der Papst der verständnisvollen Worte und der sanften Gesten, hat sie alle enttäuscht. Bischof Huonder bleibt vorerst im Amt. Roma locuta, causa finita.

Gewiss, die Entscheidung des Heiligen Stuhls ist eine Überraschung. Nicht aber die Haltung, die dahintersteckt. Franziskus ist kein Reformpapst. Er hat die kirchliche Lehre zwar nett verpackt, aber nicht angetastet. Bischof Vitus tritt brüskieren- der auf. Doch inhaltlich gibt es zwischen den beiden Kirchenmännern kaum eine Differenz.

Die Reformkatholiken sind einem Grundlagenirrtum unterlegen, als sie den Papst auf ihrer Seite wähnten. Und ihre offene Forderung nach einer perso­nellen Wende in Chur war ein taktischer Fehler. Der Vatikan lässt sich von etwas Sturm und Drang einiger Gläubigen in einem weltkirchlich gesehen ziemlich unbedeutenden Land nicht beeindrucken. Es ist ein klares Zeichen, das Rom gesetzt hat.

Pascal Hollenstein

pascal.hollenstein@luzernerzeitung.ch