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«Bleibt zu Hause!»: Dieser Unispital-Professor erklärt Ihnen, was jetzt wegen des Corona-Virus angesagt ist

Was jeder Einzelne von uns gegen das Corona-Virus tun kann? Unnötige Kontakte meiden, wenn möglich daheim bleiben. So simpel, so wirksam. Wer jedoch am Sonntag in den Schweizer Städten unterwegs war, stellte schnell fest, dass sich viele lieber gleich gruppenweise an den ersten Frühlings-Sonnenstrahlen labten.

(dfr/jaw/watson)
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Wie wichtig es jedoch ist, momentan wenn immer möglich Zuhause zu bleiben, zeigt Adriano Aguzzi, der Direktor des Instituts für Neuropathologie am Unispital Zürich in einem Video, das derzeit die Runde macht. Aguzzi wendet sich mit einem eindrücklichen Appell an die Schweizer Bevölkerung. Mit italienischem Akzent beginnt er:

«Ich möchte Ihnen erklären, warum Sie in den nächsten Tagen unbedingt zu Hause bleiben müssen und den Kontakt mit anderen Menschen meiden sollen.»

Aguzzi erklärt zuerst, wie sich das Virus exponentiell verbreitet. Nach jedem zweiten Tag verdoppelt sich die Anzahl am Coronavirus Erkrankter. Man möge einwenden, dass die 2200 Erkrankten in der Schweiz nicht viel seien, das Problem sei aber, dass das Virus sich wie ein Lauffeuer verbreite. In wenigen Tagen werde man tausende neue Fälle haben.

«Zum Glück gibt es etwas, was wir machen können», sagt Aguzzi. Und das ist: «Social Distancing». Also Abstand halten zu den anderen Menschen. Es brauche unbedingt einen «Lockdown» der Schweiz.

Er rechnet vor: In 14 Tagen haben wir bei einer Verdoppelung alle zwei Tage abgerundet 100'000 Fälle. Das seien 50'000 kranke Menschen, die heute noch nicht krank sind – aber bereits infiziert sind.

Mit anderen Worten: Wir haben bereits ein Vielfaches an infizierten Menschen – und nicht bloss die bestätigten 2200 Fälle. Diese Personen merken aber nicht, dass sie infiziert sind, weil sie sich gesund fühlen und noch keine Symptome zeigen. Hier aber der Knackpunkt: Man kann das Virus trotzdem weitergeben, auch wenn man noch nicht erkrankt ist.

«Bleibt zu Hause!»

Damit das nicht passiert, gibt es im Grunde genommen zwei Dinge, die Sie tun können: Halten Sie Abstand und bleiben Sie, wenn immer möglich zu Hause. Sie Sonne können Sie auch in einigen Wochen noch geniessen.

Für den Fall, dass Sie trotzdem mal raus müssen, haben wir hier einige Regeln zusammengestellt, die Sie absolut zwingend befolgen sollten. Gesagt wurde es schon oft aber die Wiederholung scheint notwendig:

  • Panik hilft niemandem. Ignorieren aber auch nicht. Sie sollten besonnen, informiert und verantwortungsvoll mit der Corona-Pandemie umgehen und Ihren Teil beitragen, sie zu besiegen.
  • Waschen Sie Ihre Hände so oft wie möglich. Nach jedem Kontakt mit Menschen oder nach dem Anfassen von Dingen wie Einkaufswagen etc.
  • Reinige Sie Ihr Handy regelmässig.
  • Social Distancing. Keine Umarmungen, keine Küsschen, kein Händeschütteln. Mindestens zwei Meter Abstand zu der nächsten Person.
  • Nehmen Sie an keinen Veranstaltungen, Festen, Messen, Privatpartys oder sonstigen Veranstaltungen mehr teil.
  • Verringern Sie Ihre Reisetätigkeiten auf ein absolutes Minimum.
  • Versuchen Sie, den Gebrauch des öffentlichen Verkehrs ebenfalls auf ein absolutes Minimum zu beschränken.
  • Wenn Sie von Zuhause aus arbeiten können, dann tun Sie das.
  • Summa summarum: Bleiben Sie wenn immer möglich daheim.
  • Panik oder Gleichgültigkeit in Ihrem Umfeld sollten Sie mit Aufklärung entgegentreten. Dabei sollten Sie empathisch und respektvoll mit den Menschen, ihren Ängsten und Erfahrungen umgehen.
  • Verbreiten Sie keine ungeprüften News, Whatsapp-Kettenbriefe oder Sprachnachrichten oder sonstige Gerüchte, die Panik verursachen oder verstärken.
  • Helfen Sie Ihren Nachbarn, wenn sie Hilfe benötigen.
  • Tätigen Sie keine Hamsterkäufe. Gehen Sie entspannt und bedacht für sieben bis zehn Tage einkaufen, danach seltener und vorsichtiger, sprich nur, wenn wirklich etwas fehlt im Haushalt.

Befolgt man diese Regeln, trägt jeder seinen Teil dazu bei, die Verbreitung des Virus einzuschränken und so einen Kollaps des Gesundheitssystems in der Schweiz zu verhindern.

Die Bewältigung dieser Krise erfordert ein Miteinander. Nur gemeinsam können wir dies schaffen. Leisten also auch bitte Sie Ihren Beitrag.