Boni der CS
Das Entsetzen bitte für sich behalten

Die Boni bei den Grossbanken fliessen noch immer üppig. Doch egal wie die Boni auf die einzelnen Angestellten verteilt werden, wird es immer welche geben, die sich ungerechtfertigt behandelt fühlen.

Andreas Möckli
Andreas Möckli
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Die Boni-Ausschüttung der CS sorgt für Diskusionen.

Die Boni-Ausschüttung der CS sorgt für Diskusionen.

Gaetan Bally / KEYSTONE

Die Boni bei den Grossbanken fliessen noch immer üppig. So zahlte etwa die Credit Suisse im Jahr 2019 rund 3,2 Milliarden Franken an die Mitarbeiter aus. Im Vergleich zu den 5,1 Milliarden im Jahr 2010 ist das zwar deutlich weniger, die Zahlen bleiben so oder so für die meisten unfassbar hoch.

Egal wie die Boni auf die einzelnen Angestellten verteilt werden, wird es immer welche geben, die sich ungerechtfertigt behandelt fühlen. So auch dieses Jahr bei der CS. Unter zahlreichen Mitarbeitern in der Schweiz herrscht blankes Entsetzen über die Kürzungen ihres variablen Lohns.

Wer jährlich üppige Boni erhält, hat Mühe mit der Entwöhnung, wenn die Geldflüsse weniger werden. Das Mitleid mit den Bankern hält sich dennoch in den engen Grenzen. Die zahlreichen «Coronahelden» etwa im Gesundheitswesen, im Detailhandel oder in der Logistik mussten sich mit einem netten Applaus begnügen – von Bonus keine Spur.

Ein Hohn sind die Boni insbesondere für all jene, die auf Kurzarbeit gesetzt oder gar entlassen wurden. Insofern sind die Banker gut beraten, ihr Entsetzen für sich zu behalten. Schliesslich können nicht alle in wertschöpfungsstarken Branchen arbeiten und so von den hohen Gewinnen ihrer Arbeitgeber profitieren. Darum herzlichen Dank all jenen, die beruflich ihrer Leidenschaft nachgehen und damit in vielen Fällen einen tieferen Lohn in Kauf nehmen.