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BOOKING.COM: Ärger wegen Burkaverbot

Monique Werro, die mit ihrer Tochter das Seehotel Bären in Brienz führt, nimmt keine Gäste auf, die ihr Gesicht hinter einem Nikab oder einer Burka verstecken. Diese Information wollte Werro auch auf der Online-Buchungsplattform Booking.com platzieren.

Booking.com hält das private Verhüllungsverbot für eine Diskriminierung – und toleriert den Hinweis darauf nicht. «Wir halten Fairness, gegenseitigen Respekt und den gleichwertigen Umgang mit allen für wichtig. Wir erwarten von unseren Partnern, dass sie diese Grundsätze nicht verletzen», sagt Peter Lochbihler von Booking.com. Werro ärgert sich: «Ich will nicht, dass wir Gäste, die bei uns ein Zimmer gebucht haben, bei deren Ankunft abweisen müssen.»

Verstösst ein privates Burkaverbot in einem Hotel überhaupt gegen das in der Bundesverfassung verankerte Diskriminierungsverbot? Das sei wohl nicht der Fall, sagt Frédéric Krauskopf, Professor für Privatrecht an der Universität Bern. Der Grund: Grundsätzlich kann kein Hotelbetreiber gezwungen werden, mit jemandem einen Vertrag abzuschliessen, den er nicht als Gast haben will. Dafür müssten nämlich mehrere Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein. Unter anderem müsste die Marktstellung eines Betriebs mit Burkaverbot so stark sein, dass Gäste keine zumutbaren Alternativen hätten.

Bis jetzt keine Einbussen im Kanton Tessin

Letzte Woche hat das Egerkinger Komitee eine Volksinitiative für ein nationales Verhüllungsverbot eingereicht. In Tourismuskreisen sorgt das für Unbehagen. Seit Sommer 2016 gilt im Kanton Tessin ein Verhüllungsverbot. Bis jetzt habe das zu keinen Problemen mit Touristen aus dem arabischen Raum geführt, sagt Lorenzo Pianezzi, Präsident von Hotelleriesuisse Tessin. Allerdings habe die Zahl der Übernachtungen der Gäste aus dieser Region zuletzt stagniert. «Das Wachstum wurde gebremst. Wir müssen jetzt das Jahr 2017 und danach analysieren, ob das Burkaverbot eventuell einen negativen Einfluss auf die Zahl der Übernachtungen hat.»

(kä)

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