Bibliothek
Bücherparadies bleibt ein Traum

Die grösste Baselbieter Gemeinde Allschwil hat keine eigene Bibliothek. Dies bleibt wohl auch so, denn die Variante, eine Bibliothek in das erweiterte Einkaufszentrum Paradies einzunisten, wurde von Migros und Gemeinde Allschwil abgelehnt. Die Allschwiler Bevölkerung scheint das nicht zu stören.

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Bibliothek Allschwil

Bibliothek Allschwil

bz Basellandschaftliche Zeitung

Regula Vogt-Kohler

Über zehn Prozent der Allschwiler Bevölkerung sind so begeisterte Leserinnen und Leser, dass sie sich mehr oder weniger regelmässig Bücher (und andere Medien) ausleihen: Im vergangenen Jahr verzeichneten die Allgemeinen Bibliotheken der GGG Basel (ABG) rund 2100 Benutzerinnen und Benutzer aus Allschwil. In der grössten Baselbieter Gemeinde gibt es hingegen nach wie vor keine öffentliche Bibliothek. Dies dürfte auch für längere Zeit so bleiben.

Ein Projekt im Rahmen einer Erweiterung des Einkaufszentrums Paradies ist gescheitert. Allschwiler Bücherwürmer scheinen diese Situation nicht als Notstand zu empfinden. Die Bestrebungen für eine Interessengruppe für eine Bibliothek in Allschwil (siehe auch www.bibliothek-allschwil.ch) sind auf Eis gelegt. Selbst als vor rund zwei Jahren eine mögliche Verlegung der ABG-Filialen Wasgenring und Neubad zur Debatte stand, löste dies kein grosses Echo aus.

Anlässlich eines runden Tisches hatte ABG-Direktor Klaus Egli im August 2007 mitgeteilt, dass die AGB für Filialen mit schlechter Passantenlage neue Standorte mit grösserem Publikumsverkehr suchen müssen. Dies betreffe auch die beiden Filialen nahe der Grenze zu Allschwil, am Wasgenring und im Neubad eben.

Allschwiler den Baslern gleichgestellt

Für die Filiale Neubad zeichnete sich mit dem Projekt der Migros für eine Erweiterung des Einkaufszentrums Paradies eine Lösung auf Allschwiler Boden ab. Der Gemeinderat stand der von den ABG vorgeschlagenen Variante zwar grundsätzlich positiv gegenüber, lehnte aber eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde - sie unterstützt die ABG mit einem jährlichen Betriebskostenbeitrag von 35 000 Franken - über den heutigen Umfang hinaus ab. Als Gegenleistung gelten für die Allschwiler ABG-Kundschaft die gleichen Konditionen wie für die im Kanton Basel-Stadt wohnhaften Benutzerinnen und Benutzer.

An der Haltung des Gemeinderates habe sich nichts geändert, hält Heinz Giger, Departementschef Bildung-Erziehung-Kultur, auf Anfrage fest. Aus Platzgründen habe sich unterdessen aber auch die Migros gegen eine Bibliothek im erweiterten «Paradies» ausgesprochen. Giger bedauert, dass die private Initiative für eine Bibliothek in Allschwil eingeschlafen ist, weist aber auch darauf hin, dass Allschwil mit den Schulbibliotheken für Kinder und Jugendliche und mit dem ABG-Angebot für alle Altersklassen gut abgedeckt sei.

Die Suche für neue Standorte für die ABG-Filialen Wasgenring und Neubad ist nach wie vor im Gange, konkrete Lösungen sind zurzeit aber nicht in Sicht. In beiden Fällen sind Lage und Grösse nicht optimal. «Wir halten die Augen offen», sagt Klaus Egli. Für die Filiale Neubad schwebt ihm eine Verlegung an den Neuweilerplatz vor, dort sei aber im Moment alles besetzt.

Für die Filiale Wasgenring wäre die Adresse Baslerstrasse 355 in Allschwil, wo heute das Restaurant Zic Zac domiziliert ist, eine «Traumvariante»; möglich wäre aber auch eine Verschiebung in Richtung St. Johann. Eine Bibliothek an der Ecke Morgartenring/Baslerstrasse wäre nicht nur für Klaus Egli ein Traum: Dieser Standort wäre für die allermeisten Allschwiler Leseratten zwar nicht zentral, aber dennoch mit den öffentlichen Verkehrsmittel bequem erreichbar.