BÜROKRATISCH: Holzdeklarationspflicht

Immer, wenn man meint, das Leben sei schon kompliziert genug, dann tritt bestimmt das Parlament auf den Plan. Wer glaube, Holz sei Holz, der sei auf dem Holzweg, beschloss der auf Holzstühlen zu Bern versammelte Rat der Weisen einst und wies den Bundesrat an, eine Deklarationspflicht für Holz und Holzprodukte zu erlassen. Die Regierung in ihrer holzgetäferten Kammer tat, wie ihr geheissen. Seit dem Jahr 2012 kennt das Schweizerland deshalb eine fein gedrechselte Verordnung, welche den bürokratischen Umgang mit allerhand Baumleichen minutiös regelt.

Ein Holzkopf freilich, wer glaubt, damit sei es getan. Denn was die in Bern oben beschliessen, das muss von denen in Bern oben auch kontrolliert werden, weil die da unten sonst machen, was sie wollen. Akribisch, dem Bohren dünnster Holzretter gleich, hat das Eidgenössischen Büro für Konsumentenfragen (BFK) im letzten Jahr Firmen auf ihren Umgang mit der hölzernen Deklarationspflicht überprüft.

Es ging zu wie im hölzigen Himmel: 103 der 120 inspizierten Firmen haben etwas auf dem Kerbholz. Einige haben die Herkunft des Holzes nicht oder falsch deklariert, andere die Art des Holzes, wieder andere gleich beides. Und manche begingen gar den Kardinalfehler, die wissenschaftlichen Namen der in ihren Produkten verarbeiteten Hölzer nicht zu nennen. Das allerdings ist der (Holz-)Hammer: Jedermann weiss schliesslich, dass ein Konsument, der nach einem Stuhl aus dem Holz der Fagus sylvatica sucht, niemals auf die Idee kommen könnte, es handle sich dabei um die Rotbuche. Das BFK hat die Firmen nun angewiesen, ihre Deklarationsverhalten nachzuhobeln. Und wir frischen voller ­Vorfreude unseren lateinischen Wortschatz auf. (pho)

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