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Bund lanciert Abstimmungs-App

Ab Herbst soll eine neue App des Bundes Informationen zu den kantonalen und nationalen Abstimmungen bieten. Alle Kantone machen mit. Der Dachverband Schweizer Jugendparlament will trotzdem auf eine eigene Lösung setzen.
Maja Briner
Stimmbürger können sich künftig auch über eine App über Abstimmugnen informieren. (Bild: KEYSTONE/DPA/Hauke-Christian Dittrich)

Stimmbürger können sich künftig auch über eine App über Abstimmugnen informieren. (Bild: KEYSTONE/DPA/Hauke-Christian Dittrich)

Der Bund baut sein Online-Angebot aus. Er will im Herbst eine neue App lancieren. Diese soll Zweierlei bieten: Zum einen enthält sie Erklärungen zu Vorlagen, zum anderen werden an Abstimmungssonntagen alle Ergebnisse aufgeschaltet.

«Die Resultate werden ab Mittag laufend in der App publiziert », sagt René Lenzin, Sprecher der Bundeskanzlei. Angezeigt werden nicht nur die Ergebnisse auf nationaler und kantonaler Ebene, sondern auch von jeder Gemeinde. Die Stimmbürger können so nachschauen, wie ihre Gemeinde abgestimmt hat. Eine so umfassende, laufend aktualisierte Übersicht bietet der Bund bisher nicht.

Digitales Abstimmungsbüchlein

Vor den Abstimmungen soll die App Informationen über die nationalen und kantonalen Vorlagen bieten. «Die Idee ist, dass die Stimmbürger die Erläuterungen zu allen Vorlagen, über die sie abstimmen können, in der App finden – und sie so jederzeit auf dem Smartphone anschauen können», sagt Lenzin. Ziel sei daher, dass dereinst auch Informationen zu kommunalen Abstimmungen enthalten seien.

Die Erläuterungen werden aus dem Abstimmungsbüchlein übernommen und «App-gerecht aufbereitet», wie Lenzin sagt. Hinzu kommen die Erklärvideos, die der Bund seit 2016 zu allen Abstimmungsvorlagen produziert.

Seit einigen Monaten betreibt sie zudem einen eigenen Youtube-Kanal. Man wolle die heutigen Informationskanäle nutzen, sagt Lenzin. Die App erlaube es, alle Informationen auf einer Plattform zu bündeln. Zielpublikum seien grundsätzlich alle Stimmberechtigten, sagt er. Und:

«Sollten sich dadurch mehr Junge für Abstimmungen interessieren, ist das selbstverständlich auch gut.»

Geplant ist, dass die App für die Abstimmung im November lanciert wird. Wie hoch die Kosten sind, konnte die Bundeskanzlei nicht beziffern. Die App werde im Rahmen eines grösseren Projekts realisiert, bei dem der Datenfluss zwischen Bund und Kantonen neu organisiert werde, hiess es. Das koste den Bund rund 100000 Franken, den Personalaufwand nicht eingerechnet.

Zürich als Vorreiter

Der Bund entwickelt das neue Angebot in Zusammenarbeit mit dem Kanton Zürich, der seit gut einem Jahr die App «Züri stimmt App» anbietet. Bisher wurde diese 8500 Mal heruntergeladen, die Nutzerbewertungen sind gut. «Wir sind auf Kurs», sagt Stefan Langenauer, Chef des Statistischen Amts des Kantons Zürich. Ziel sei gewesen, im ersten Jahr 5000 Downloads zu erreichen.

Die Behörde hat die App entwickelt, weil sie jeweils bei Wahlen und Abstimmungen besonders viele Zugriffe auf ihrer Webseite verzeichnet. Damit diese Angaben auch auf den kleineren Bildschirmen von Smartphones gut lesbar sind, wurden sie für die App extra anders aufbereitet.

Die Zürcher App soll künftig durch jene des Bundes abgelöst werden. Langenauer findet es gut, dass dies Bundeskanzlei eine nationale Lösung entwickelt. «Sehr erfreulich ist, dass alle Kantone das Vorhaben unterstützen und ihre Daten liefern», sagt er. «Der Stimmbürger findet so an einem Ort alle Informationen.»

«Nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft»

Weniger euphorisch reagiert der Dachverband Schweizer Jugendparlamente. Dieser hat sich mit dem Programm easyvote zum Ziel gesetzt, die Wahl- und Stimmbeteiligung der jüngeren Generation zu erhöhen. Die geplante App sei «sicher ein wichtiger Schritt in die digitale Richtung», erklärt Zoë Maire. «Easyvote ist aber der Meinung, dass die geplante App nicht alle Möglichkeiten ausschöpft.»

Easyvote will zu Beginn des nächsten Jahres eine eigene App lancieren. Diese soll neben Informationen, Videoclips und Newsbeiträgen auch ein Instrument enthalten, dank dem sich die Nutzer vertieft mit der Vorlage beschäftigen und besser eine eigene Meinung bilden können, wie Maire sagte. Näheres wollte sie noch nicht verraten.

Einen anderen Vorbehalt gegenüber der Bundes-App hat SVP-Nationalrat und IT-Unternehmer Franz Grüter (LU): Er findet es zwar positiv und zeitgemäss, dass der Bund das Abstimmungsbüchlein digitalisiert. «Ich hoffe einfach, dass dies nicht die Vorstufe ist, um via App E-Voting einzuführen», sagt er.

So sieht die Zürcher App aus:

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